Erstellt am 08. Dezember 2015, 05:03

von Martin Gebhart

Zielpunkt im Landtag. ÖVP, Liste Frank, FPÖ und Grüne planen einen gemeinsamen Dringlichkeitsantrag zur Zielpunkt-Insolvenz. Nur die Landes-SPÖ will da nicht mitgehen.

53 Zielpunkt-Filialen - im Bild eine in St. Pölten - sind in NÖ von der Insolvenz betroffen.  |  NOEN, NÖN
Die NÖ Grünen waren die ersten gewesen, die mit einem Antrag die Situation der Mitarbeiter der insolventen Lebensmittelkette Zielpunkt auf die Tagesordnung des NÖ Landtags bringen wollten.

Dann folgten die FPÖ und die Liste Frank. Aber erst durch die ÖVP wurde es möglich, dass am Donnerstag tatsächlich darüber diskutiert wird, da Grüne, Liste Frank und FPÖ auch gemeinsam zu wenige Mandate haben, um den Dringlichkeitsantrag einzubringen, dass die Zielpunktmitarbeiter möglichst rasch ihre ausstehenden Gehälter erhalten.

Eigentlich hätten alle Parteien auf dem Antrag stehen sollen. Die SPÖ macht jedoch nicht mit. SP-Klubobmann Alfredo Rosenmaier begründet das mit „politischem Kleingeldwechseln“, bei dem man nicht dabei sein wolle. Auf Bundesebene werde ohnehin bereits alles für die Zielpunktmitarbeiter unternommen.

Übrigens: Auf dem Antrag wird nicht aufscheinen, dass die Landesregierung das Geld für die Mitarbeiter vorschießen soll, wie das Grüne und FPÖ fordern wollten.

Zum Thema: Verzweiflung & Wut bei Versammlung

Gedrückt war in der Vorwoche die Stimmung in der St. Pöltner Arbeitserkammer-Stelle bei der ersten Betriebsversammlung der niederösterreichischen Zielpunktmitarbeiter nach Bekanntwerden der Insolvenz.

Die Frage nach der eigenen Zukunft und das fehlende November-Gehalt waren die Themen, mit denen die Angestellten kurz vor Weihnachten konfrontiert sind. Besonders auf Zielpunkt-Chef Georg Pfeiffer war man dabei nicht gut zu sprechen.

„Man hat es scheinbar einfach wichtiger empfunden, Immobilien zu kaufen, anstatt Ihre Arbeitsplätze zu sichern“, spielte Gewerkschaftsvertreter Manfred Wolf (GPA-djp) auf den Kauf mehrerer Zielpunkt-Immobilien der Pfeiffer Handels GmbH kurz vor der Insolvenz an. Er erklärte den Mitarbeitern aber auch, wie es für sie in unmittelbarer Zukunft weitergeht.

Dabei forderte er sie auf, wie gewohnt weiterzuarbeiten, und versicherte ihnen, dass sie über den Masseverwalter zu ihrem Geld kommen würden. Vermutlich aber nicht vor Weihnachten. „Natürlich gibt es Weihnachtswunder, aber wohl nicht bei Zielpunkt“, so Wolf.