Erstellt am 10. Januar 2017, 02:15

von Walter Fahrnberger

„Zwangslaptop“ ärgert Elternvereine. Teure technische Lernmittel sind ab dem Schuljahr 2017/18 für die Mathe-Matura Pflicht. Die Kosten tragen die Eltern.

Der verstärkte Einsatz von Laptops oder Tablets in den Schulen auf Kosten der Eltern wird von Franz Schaupmann kritisiert.  |  Elena11/ shutterstock

Wenig Freude hat zur Zeit der NÖ Landesverband der Elternvereine mit dem Bildungsministerium. Nicht nur, dass Ministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) die Ergebnisse der Zentralmatura nicht rausrücken will, stößt dem Landesvorsitzenden Franz Schaupmann sauer auf. Auch die immer höhere finanzielle Belastung für die Eltern der Schüler ärgert ihn.

So ist bei der Zentralmatura in Mathematik ab dem Schuljahr 2017/18 Pflicht die Verwendung eines Laptops oder eines hochwertigen Taschenrechners Pflicht. Dafür müssen die Eltern einige hunderte Euro zusätzlich aufwenden. Ihnen würde dabei auch die Entscheidungsfreiheit genommen, weil immer öfter Geräte vorgegeben sind, kritisiert der Elternverband.

Franz Schaupmann  |  privat

„In einem Rundschreiben im Vorjahr hat das Bildungsministerium die Kosten für diese Lernmittel den Eltern zugeschoben. Diese Art der Mehrbelastung war weder mit uns abgestimmt noch besprochen“, ergänzt Paul Haschka, stellvertretender Elternvereinsvorsitzender in NÖ. So würden neue soziale Ungleichheiten geschaffen.

Denn laut einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer NÖ fallen in der Oberstufe für jeden Schüler durchschnittlich 1.200 Euro jährlich an Schulkosten an. Sämtliche Versuche Landesverband der Elternvereine sich einzubringen, seien vom Ministerium ignoriert worden. Der Vorwurf, dass hier Schulgeld durch die Hintertür eingeführt werde, wird immer lauter.

Soziale Härtefälle sollen abgefedert werden

Aus dem Ministerium heißt es dazu, dass diese elektronischen Hilfsmittel schon in den Jahren davor im Unterricht eingesetzt bzw. gebraucht werden und nicht extra für die Mathe-Matura anzuschaffen sind. Schon seit 2004 ist der Technologieeinsatz im Mathe-Lernplan verbindlich verankert. „Soziale Härtefälle können beispielsweise durch schuleigene Leihgeräte oder eine Tauschbörse abgefedert werden“, erklärt Hammerschmids Sprecherin.

Darüber hinaus fürchtet der Landesverband der Elternvereine durch den verstärkten Einsatz digitaler Schulbücher auf diversen Endgeräten auch die Abschaffung der Gratis-Schulbuchaktion in naher Zukunft. Diesem Vorwurf widerspricht das Bildungsministerium vehement: „Das gedruckte Buch soll mit E-Books ergänzt, aber nicht abgeschafft werden.“