Erstellt am 06. Februar 2018, 02:35

von Mario Kern und Alex Erber

Zuversicht nach Insolvenzen.... Forstinger und Svoboda wollen Betriebe weiterführen und restrukturieren.

Insgesamt 108 Forstinger-Filialen stehen auf dem Prüfstand, darunter auch die Niederlassung im Norden St. Pöltens. Aus heutiger Sicht soll die Zahl der Standorte um acht bis 15 reduziert werden.  |  Thomas Werth

Der Jänner hatte es für einige niederösterreichische Großunternehmen in sich: Zuerst meldete das Luftfahrtunternehmen Niki Insolvenz an, in der Vorwoche folgten die Autozubehörkette Forstinger und das Büromöbelunternehmen Svoboda. Mit 31,2 Millionen beziehungsweise 8,1 Millionen Euro Schulden rangieren die beiden Firmen weit hinter Niki mit 153 Millionen Euro.

Von der Insolvenz der Traismaurer Firma Forstinger sind 350 Gläubiger und österreichweit 823 Dienstnehmer betroffen. Als Gründe für die Insolvenz nennt das Unternehmen, das seit 2015 seinen Sitz und sein Zentrallager in Traismauer hat, Altlieferanten- und Altmietverträge, die notwendige Einsparungen nicht erlaubt haben. Zudem sei aufgrund der warmen Witterung das Wintergeschäft um bis zu 70 Prozent eingebrochen.

Schon 2001 hatte der Betrieb Konkurs anmelden müssen. Danach folgten mehrere Eigentümer-Wechsel, ehe 2009 die seinerzeitige Forstinger-Mutter zahlungsunfähig wurde. 2015 trat Geschäftsführer Martin Schmid-Schmidsfelden an, um das Unternehmen auf Vordermann zu bringen.

Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Allerdings soll die Zahl der Filialen von 108 um acht bis 15 reduziert werden.

Svoboda strebt Sanierung an 

Weiterführen möchte auch Svoboda-Geschäftsführer Christoph Königslehner seinen Betrieb. Der 107 Jahre alte Büromöbel-Hersteller hat ein Sanierungsverfahren beantragt, dem unter anderem AKNÖ-Insolvenz-Experte Franz Schiegl gute Chancen voraussagt. „Ich gehe davon aus, dass aus heutiger Sicht keine Reduktion der 125 Dienstnehmer notwendig ist.“

Notwendig wurde die Anmeldung des Sanierungsverfahrens unter anderen wegen des schwierigen Marktumfeldes und wegen Altlasten in Form alter Maschinenanlagen, deren Zustand sich laut Unternehmen nachträglich schlechter dargestellt hat als angenommen.

Svoboda war 2016 von der faw-Gruppe um die Sanierer Siegmund Gruber und Christoph Königslehner übernommen worden, seit Ende des Vorjahres ist Königslehner Alleingesellschafter. Gruber und Königslehner hatten davor noch die oberösterreichische Büromöbel-Firma hali saniert. Christoph Königslehner geht von einem erfolgreichen Sanierungsverfahren aus: „Ich bin überzeugt, dass es gelingt, Svoboda wieder auf Erfolgskurs zu bringen und auch Investorengespräche erfolgreich abzuschließen.“

Den Verbindlichkeiten der Firma von 8,14 Millionen Euro stehen Aktiva von 2,1 Millionen gegenüber. Das Unternehmen soll in Eigenverwaltung weitergeführt werden. Den unbesicherten Gläubigern bietet die Firma eine Quote von 30 Prozent an, Restrukturierungsmaßnahmen wurden bereits vorbereitet.