Erstellt am 11. April 2017, 02:58

von Anita Kiefer

Recycling statt Entsorgung . Recycling wird immer mehr zum Gebot der Stunde, was den heimischen Müll angeht. Und: Die geplanten Änderungen im NÖ Abfallwirtschaftsgesetz werden beschlossen.

Eine Änderung des NÖ AWG verpflichtet Betriebe ab 2019, ihren betrieblichen Restmüll bis zu einer Jahresmenge von 3.120 Litern von der kommunalen Müllabfuhr entsorgen zu lassen.  |  Dmitry Kalinovsky/Shutterstock.com

„Es gibt keine abfalllose Gesellschaft. Aber mein Bestreben ist, so viel zu recyclen wie möglich.“ Hans Roth, Präsident des VÖEB, des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe, und Eigentümer der Saubermacher AG, bringt die Umkehr von Abfall- zur Ressourcenwirtschaft auf den Punkt. Müllverbrennung sei nur die letzte Lösung. „Abfallwirtschaft ist zum High-Tech-Verfahren geworden.“

Digitalisierung ist also gerade in der Entsorgung sehr wichtig. Nach dem Abfallwirtschaftsgesetz etwa muss nachverfolgbar sein, woher die Bestandteile des Abfalls kommen, wenn er getrennt wird. „Da hilft uns die Digitalisierung. Wir wissen, wo ein Container herkommt, und verfolgen ihn, bis er Brennstoff wird“, weiß Hans Roth.

"Kunde kann Bestellungen entsprechend anpassen"

Und auch die Kunden profitieren: Betriebe bekommen etwa rückgemeldet, welche Mengen welcher Müllart angefallen sind. „Der Kunde kann seine Bestellungen entsprechend anpassen“, so Roth. Entsorgungsunternehmen beraten ihre Kunden zu solchen Themen auch, bis hin zur Frage, welche Produkte am besten recycelbar sind.

Vergangene Woche wurde übrigens eine Vereinbarung zur Änderung des NÖ Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG) von Land, Wirtschaftskammer (WK) NÖ und VÖEB unterzeichnet, die in Kürze im NÖ Landtag beschlossen wird. Ab 2019 sind demnach Betriebe verpflichtet, ihren betrieblichen Restmüll bis zu einer jährlichen Menge von 3.120 Litern – das entspricht einem 120-Liter-Gefäß, das 14-tägig abgeholt wird – von der kommunalen Müllabfuhr abholen zu lassen. Für alles darüber kann der Entsorger frei gewählt werden. Bisher war dies für alles, was über eine haushaltsübliche Menge hinausging, möglich. Laut WKNÖ wird dies jeden Betrieb 150 bis 200 Euro im Jahr kosten.

Es sei ein Kompromiss, so WKNÖ und VÖEB. „Ein strenger regionaler Gebietsschutz bei der Restmüllentsorgung hätte die Wahlfreiheit der Unternehmen eingeschränkt“, erklärt Thomas Schaden, geschäftsführender Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes NÖ. Wichtig: Die Berechnung der Menge zielt auf das Grundstück ab, und nicht auf einzelne Betriebe, so Stefan Brezovich, Leiter des WKNÖ-Bereichs Wirtschaftsmanagement.