Erstellt am 26. April 2016, 08:14

von Martin Gebhart

AKNÖ startet mit Grundsatzpapier. NÖ Arbeiterkammer / Präsident Markus Wieser zur neuen Zentrale und einer Grundsatzerklärung. NÖN: Herr Präsident Wieser, haben Sie sich schon in St. Pölten eingelebt?Wieser: Wir haben uns im Herz Niederösterreichs schon bestens eingelebt.

 |  NOEN, Erich Marschik

NÖN: Herr Präsident Wieser, haben Sie sich schon in St. Pölten eingelebt?Wieser: Wir haben uns im Herz Niederösterreichs schon bestens eingelebt.
Natürlich ist jetzt mit der Übersiedelung von Wien nach St. Pölten gelungen, dass auch die Arbeitnehmerinteressenvertretung sichtbar im Land vertreten ist. Das ist ein Bekenntnis zum Land und zur Landeshauptstadt. Wir haben St. Pölten zur Hauptstadt der Arbeitnehmerinnen und Arbeiter gemacht.

Mit der offiziellen Eröffnung diese Woche wird auch eine AK-Vollversammlung abgehalten. Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden da gesetzt?
Wieser: Es ist gelungen – und das zeichnet Niederösterreich aus –, dass gemeinsam im Vorstand eine Grundsatzerklärung formuliert wurde, die von allen Fraktionen getragen wird. Wir werden diese bei der Vollversammlung als sichtbares Zeichen für ein Bekenntnis der Arbeitnehmerbewegung in Niederösterreich verabschieden. Wir haben hier den klaren Auftrag der Interessenvertretung formuliert. Das geht von aktiver Beschäftigung am Arbeitsmarkt bis zur Bildung und Ausbildung. Was brauchen wir an zukünftigen Qualifikationen? Viele sprechen von Blitzlichtern wie Industrie 4.0. Jeder sagt, wir müssen uns darauf gezielt vorbereiten. Wir müssen uns auch zur Absicherung des Sozialsystems bekennen, es geht weiters um die Pensionen. Es geht um Menschen, denen es nicht so gut geht. Da braucht es eine klare Botschaft. Dazu kommt die Diskussion um Migration und Flüchtlingsbewegung.

Gerade bei Themen wie Industrie 4.0. gilt die Arbeitnehmervertretung als Bremser, etwa bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit. Ein berechtigter Vorwurf?
Wieser: Bei 4.0 und der Flexibilisierung geht es der anderen Seite, wenn man dort ehrlich ist, um weniger Einkommen. Es geht um die Reduktion bzw. Nichtleistung von Überstundenzuschlägen. Das können wir nicht akzeptieren. Flexibilisierung kann keine Einbahnstraße sein. Wenn bei 4.0 einerseits diskutiert wird, dass Maschinen, Roboter untereinander kommunizieren und sich selbst Aufträge geben, dann muss man sich auch fragen, wo da der Mensch bleibt. Für uns ist es völlig klar, der Arbeitnehmer gehört ins Zentrum bei all den Diskussionen.


Zur neuen AK-Zentrale in St. Pölten

Die neue „ArbeitnehmerInnen-Zentrum“ (ANZ) der NÖ Arbeiterkammer in St. Pölten hat die Adresse „AK-Platz 1“. Vier Jahre wurde geplant und gebaut. Jetzt ist in dem modernen Gebäude Platz für mehr als 300 Arbeitsplätze. Dort sind auch ÖGB, das Berufsförderungsinstitut sowie das Arbeitsmedizinische Zentrum untergebracht.