Erstellt am 02. Januar 2017, 13:14

von APA Red

Wegen Gesetz: Casinos tauschen Automaten. Die teilstaatlichen Casinos Austria, die derzeit vom niederösterreichischen Automatenkonzern Novomatic übernommen werden, tauschen Spielautomaten aus.

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Sämtliche Glücksspielgeräte müssen nämlich per Gesetz ans Bundesrechenzentrum (BRZ) angeschlossen werden. Die Frist dafür wurde nun um ein halbes Jahr verlängert.

Laut einer Verordnung des Finanzministeriums hätten die rund 2.100 einarmigen Banditen, die in den 12 Spielstätten der Casinos Austria stehen, bereits per 1.1.2017 ans BRZ angeschlossen sein müssen. Aufgrund von Erfahrungen mit Spielautomaten in den Bundesländern hat man sich aber zu Adaptierungen entschlossen, sodass die BRZ-Anbindung der Casinos-Geräte erst per 1. Juli 2017 erfolgen soll, so Insider zur APA.

Die Glücksspielgeräte außerhalb der Casinos, für die die Bundesländer eigene Konzessionen vergeben haben, müssen schon seit längerem ans BRZ angebunden sein. Das Gleiche gilt für die sogenannten Video Lottery Terminals (VLT) der Casinos-Tochter Lotterien, die in den WINWIN-Spielhallen stehen. Bereits seit Anfang 2015 sind diese zwecks Spielerschutz mit dem staatlichen Computerzentrum vernetzt.

Die Casinos Austria sind nun gerade dabei, mehr als die Hälfte ihrer rund 2.100 Geräte in den Vollcasinos auszutauschen. 19 Mio. Euro nimmt der Konzern dafür in die Hand, wie Casinos-Chef Karl Stoss am Montag mitteilte. Rund 1.000 Geräte sind bereits ans BRZ angebunden.

Bis Mitte 2019 fordert das Gesetz einen anderen technischen Standard für die Anbindung - bis dahin wollen die Casinos dann die zweite Tranche der Geräte auswechseln.

Das Automatenspiel in Österreich unterschiedlich geregelt. Für das Zocken an Geräten in den 12 Vollcasinos der Casinos Austria haben letztere die Spielbanklizenzen. Das Spielen an den VLT-Geräten in den WINWIN-Spielhallen wiederum ist über die Lotterielizenz geregelt - diese hat ebenfalls der Casinos-Austria-Konzern inne -, und für das Automatenspiel in Spielhallen oder Gaststätten in Bundesländern gibt es eigene Länderkonzessionen. Wobei sich die Bundesländer aussuchen können, ob sie das Automatenzocken grundsätzlich erlauben oder nicht.

Auch in den "Verbotsländern" sind aber Glücksspielgeräte möglich - nämlich in den VLT-Salons der Lotterien/Casinos. Die Lotterien dürfen ungeachtet der Länder-Gesetze bundesweit 5.000 VLT-Automaten aufstellen, haben derzeit aber nicht einmal 700 in Betrieb. Novomatic-Chef Harald Neumann hat bereits mehrfach angekündigt, mehr VLT-Geräte aufzustellen.

Die Übernahme der Casinos Austria durch Novomatic ist rechtlich noch nicht unter Dach und Fach. Bis zum 7. Jänner muss der Oberste Gerichtshof (OGH) über eine Beschwerde des niederösterreichischen Konzerns entscheiden. Novomatic wollte die Auflagen der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) nicht hinnehmen. Ende August hatte das Kartellgericht das Vorhaben Novomatics untersagt. Zwischenzeitlich geht Novomatic gemeinsam mit einem tschechischen Konsortium vor, das ebenfalls bei den Casinos einsteigen will.

Mitte Dezember machten die Casinos-Eigentümer schließlich den Weg für den Einstieg Novomatics frei. Die MTB-Privatstiftung von Maria Theresia Bablik überträgt ihr 17-prozentiges Aktienpaket an Novomatic.

Auch bei den Lotterien hat Novomatic bereits einen Fuß in der Tür. Um das Bablik-Casinos-Paket übernehmen zu dürfen, hat das Unternehmen seine Lotterien-Beteiligung vorsorglich halbiert und an die tschechische Sazka-Gruppe abgegeben. Die Lotterien sind eine 68-Prozent-Tochter der Casinos Austria, Novomatic war vor mehr als einem Jahr mit 23,11 Prozent indirekt bei den Lotterien eingestiegen.