Erstellt am 15. Juni 2016, 04:00

von Markus Lohninger

Anschluss-Forderung für Franz-Josefs-Bahn. Bahn-Aktivist Hohenbichler hält an Anschluss-Forderung für Franz-Josefs-Bahn an Westbahn und Wiener Hauptbahnhof fest. Unterstützung kommt von Abgeordneter Göll.

Gerald Hohenbichler (li.) brachte Andreas Matthä im Winter die Ziele von "Pro FJB" näher. Zumindest bei der Anbindung der FJB an die Westbahn hat er ihn nicht überzeugt.  |  NOEN, privat

Ein Halbjahr vor Inkrafttreten der neuen ÖBB-Fahrpläne kommt Bewegung in den Katalog an kurzfristigen Forderungen zur Franz-Josefs-Bahn.

Zuerst hatten die Grünen-Verkehrssprecher im Landtag (Amrita Enzinger) und Nationalrat (Georg Willi) in der NÖN aufgezeigt, dass dem Land NÖ ein gültiges ÖBB-Angebot auf einen zusätzlichen täglichen Schnellzug zu Hauptverkehrszeiten auf der FJB via Tullnerfeld zum Wiener Hauptbahnhof um bloß 67.000 Euro im Jahr vorliegt.

Der würde Waldviertler flott in den Verkehrsknoten bringen, ihnen das Tor zur leistungsstarken Westbahn und damit einer internationalen Top-Anbindung öffnen. Dann lenkte ÖBB-Interimschef Andreas Matthä auf NÖN-Nachfrage ein: Wegen des „unersetzbaren“ Fahrgastaufkommens über Klosterneuburg liege die Zukunft der FJB weiter in der aktuellen Linienführung.

Damit will sich Gerald Hohenbichler von der Initiative „Pro FJB“ mit über 2.000 Unterstützern inklusive Firmenchefs, Bürgermeistern und Abgeordneten nicht abspeisen lassen. „Eine FJB via Westbahn schließt den Franz-Josefs-Bahnhof nicht aus“, sagt er: „Wer will, kann in dem Fall ja in Tulln umsteigen in Richtung des unattraktiven, isolierten Franzlbahnhofs.“

Anbindung an Hauptbahnhof als "perfekt"

Hohenbichler sieht die Anbindung an den Hauptbahnhof als „perfekte Lösung“ für inner- und außerhalb Österreichs, „ein Zug, bei dem Flughafen, Bratislava, Pilsen oder Budweis auf Bahnhofs-Anzeigetafeln steht, wird klar attraktiviert.“

Nach einer Aussendung der Landtags-Abgeordneten Margit Göll (ÖVP) im Frühjahr über zwei angeblich fixe Schnellzüge zwischen Budweis und Wien-Hauptbahnhof via Tullnerfeld und Westbahn pro Tag hatte Hohenbichler in der Hinsicht Zuversicht gefasst. Diese erhielt nun im Gespräch mit Vertretern der Tschechischen Bahn (CD) einen Dämpfer: Es habe sich herausgestellt, dass bloß ein Eilzug von Budweis nach eské Velenice mit nur zwei Halten und ohne Umsteigen fast fix sei. Auf österreichischer Seite sei aber auch technisch noch alles offen.

Damit ist auch Margit Göll nicht zufrieden. Sie will das Thema ebenfalls ankurbeln, beruft sich im Zusammenhang mit ihrer damaligen Behauptung auf den tschechischen Verkehrssprecher, der das Beabsichtigen der Schnellverbindung Budweis-Wien/Hauptbahnhof per „demnächst“ zugesagt habe.

Tarifzone für Gmünd und Velenice wäre möglich

Per Dezember wäre indes eine Tarif-Erleichterung für Gmünd und Ceské Velenice realisierbar.

Die 1,7 km zwischen den Bahnhöfen wären innerösterreichisch die selbe Tarifzone – die Grenze trennt die Zonen. Tschechen koste der Sprung nach Gmünd, so Hohenbichler, so viel wie die 50 km nach Budweis. Also würden Sole-Felsen-Bad-Gäste von Velenice nach Gmünd gehen.

Für weitere Strecken würden Tschechen per Auto nach Gmünd und von hier günstig mit dem Einfach-Raus-Ticket reisen. Zugleich kaufen Österreicher Billigtickets für Reisen nach Budweis oder Prag in Velenice. Das alles schmälere die grenzüberschreitende Frequenz, warnt Hohenbichler.

Die CD sei, wie er nach dem Gespräch sagt, für einen Tarifschnittpunkt mit einem Preis für die Zielpunkt-Bahnhöfe Gmünd/Velenice zu haben: „Er könnte ab Dezember gelten. Es bedarf nur der Vereinbarung mit der ÖBB!“