Erstellt am 15. Mai 2017, 12:55

von Anita Kiefer

EVN setzt auf Zukunftsprojekt Erdgas. Die EVN baut in drei Gespannschaften in der kroatischen Urlaubsregion Dalmatien das Gasleitungsnetz auf. Bis 2020 werden hier 40 Millionen Euro in das Gasnetz investiert.

 |  Kiefer

Noch herrscht auf allen EVN-Baustellen in Dalmatien Hochbetrieb. Es gilt, die offenen Bautätigkeiten in den Touristenregionen abzuschließen. Denn: Von 1. Juni bis 30. September gibt es nämlich da, wo (immer mehr) Touristen urlauben wollen, einen Baustopp. Die EVN baut in drei Gespannschaften in Dalmatien – Zadar, Split und Sibenik – Gasleitungen. Über diese werden bereits 1.100 Kunden mit Erdgas versorgt – Haushalte, Industriebetriebe und Hotels.

Im Vergleich zu NÖ – hier gibt es 290.000 Erdgaskunden – ist das ein noch relativ geringer Wert. Die EVN Croatia, eine 100-Prozent-Tochter der EVN AG, will das rasch ändern: „Wir haben 2012 den ersten Kunden angeschlossen und bei Null begonnen. 2016 haben wir 7,2 Millionen Kubikmeter Gas abgesetzt, für heuer rechnen wir mit 15 Millionen Kubikmeter“, so Geschäftsführer Werner Casagrande. Langfristig soll der Erdgasabsatz auf 50 Millionen Kubikmeter im Jahr steigen.

In den Touristenregionen herrscht zwischen Juni und September Baustopp.  |  Kiefer

Die EVN Croatia hat in den drei genannten Regionen die Konzession für den Aufbau des Gasleitungsnetzes für 30 Jahre. Jeder andere Gasbetreiber, der die Leitungen nützt, muss eine Gebühr bezahlen.

Bis 2020 soll der Basisausbau abgeschlossen sein. Insgesamt hat der Energieversorger in Dalmatien seit Baustart 2011 25 Millionen Euro investiert. Bis zum Endausbau des Basisnetzes werden weitere 15 Millionen Euro investiert. Rund 100 Kilometer an Gasleitungen wurden bisher verlegt.

Erdgas löst andere Energieträger ab

Für die Kunden ist laut EVN der Bezug von Erdgas im Vergleich zu etwa Flüssiggas günstiger und bequemer. Obwohl Erdgas ein fossiler Brennstoff ist, ist der Ausbau der Erdgasleitungen in Dalmatien für EVN-Sprecher Stefan Zach ein Zukunftsprojekt. Denn: Im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern habe es die geringsten Emissionen. Außerdem könnte das Erdgasnetz – sowohl in NÖ als auch in Dalmatien – in Zukunft als Speicher für die überschüssige Energie, die etwa aus Erneuerbaren Energieträgern gewonnen wird, dienen.