Erstellt am 25. April 2017, 01:49

von Anita Kiefer

Das Sterben geht weiter . Betriebszahlen in diesen Branchen sinken weiter. Talsohle noch nicht erreicht.

Die Betriebszahlen der Bäcker und Fleischer sind so niedrig wie noch nie.  |  Tyler Olson/Shutterstock.com

Die Zahlen der Bäckerei- und Fleischerbetriebe in NÖ nimmt kontinuierlich ab. Und das seit Jahrzehnten. Dass diese Entwicklung weiter anhält, das zeigen die aktuellen Zahlen der Wirtschaftskammer NÖ, die der NÖN vorliegen.

Bei den Bäckern etwa gab es 1952 noch 1.625 aktive Betriebe. 1990 waren es nur mehr 657, und im Jahr 2016 nur mehr 323. Die Gründe für das Sterben der Bäcker sind vielfältig. Johann Ehrenberger, Landesinnungsmeister der Bäcker bei der WKNÖ, nennt die Supermärkte und deren Angebot.

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„Auch die Mobilität der älteren Landbevölkerung ist länger gegeben.“ Und: Betriebsnachfolgen werden schwieriger. Für Ehrenberger ist das kein NÖ-spezifischer Trend, sondern die Entwicklung zu weniger Bäckereien ist bundesweit eine ähnliche.

Das Problem für Ehrenberger sind gerade in der Bäcker-Branche auch die hohen Investitionskosten. Außerdem würden auch Kooperationen mit Handelsketten sich kaum rentieren. „Die Preisspanne ist da sehr gering.“

„Guter Vorsatz ist schnell dahin“

An einen Trend hin zu mehr Bewusstsein bei der Bevölkerung für heimische Produkte glaubt Ehrenberger nicht.

„Bei uns ist jedes Stück ein Unikat. Sobald diese ein paar Cent mehr kosten, ist der gute Vorsatz zu mehr Regionalität schon wieder dahin.“

Ähnlich düster ist das Bild bei den heimischen Fleischern. Gab es 1952 noch 1.695 aktive Betriebe, waren es Anfang der 90er-Jahre nur mehr 708 und aktuell im Jahr 2016 nur mehr 296. Erstmals sind die Fleischerbetriebe in Niederösterreich damit unter die 300er-Marke gesunken. „Ich denke, die Talsohle ist noch nicht erreicht“, erklärt Rudolf Menzl, WK-Landesinnungsmeister der Fleischer.

Die Gründe sind auch hier bekannt: Etwa hohe Auflagen für Betriebe, oder die geänderten Verzehrgewohnheiten der Menschen. „Viele haben nicht die Zeit zu kochen“, so Menzl. Auch bei den Fleischern sei die Entwicklung über ganz Österreich eine ähnliche. Einige Kollegen, so Menzl, hätten es wie Moser aus Wieselburg geschafft, ein Alleinstellungsmerkmal zu finden und so erfolgreich zu sein. Allen anderen empfiehlt er, eine Nische zu finden. „Über den Preis können wir mit dem Lebensmitteleinzelhandel nicht konkurrieren.“