Erstellt am 16. Juni 2016, 05:35

von Gina Christof

Bauern teils in argen Finanznöten. Eine aktuelle Umfrage zeigt das herausfordernde Umfeld auf, mit dem die Landwirte in NÖ zu kämpfen haben.

Finanzielle Engpässe und Nachfolgeprobleme quälen die Bauern in NÖ, weiß Maximilian Hardegg.  |  NOEN, Erste Bank/Daniel Hinterramskogler

Mehr als die Hälfte der niederösterreichischen Landwirte hat mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Rund 48 Prozent können den Betrieb gerade noch aufrechterhalten, während dies für elf Prozent kaum noch möglich ist.

Das zeigt eine aktuelle Studie auf, die vom Forschungsinstitut für Familienunternehmen an der Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführt wurde und vom Land NÖ, der Gutsverwaltung Hardegg und der Erste Bank Österreich unterstützt wurde.

Rund 1.000 niederösterreichische Landwirte nahmen an der Befragung teil, die sich insbesonders mit den Themen Nachfolge, Innovation und Nachhaltigkeit befasst.

„Ziel der Studie war es, aktuelle Herausforderungen zu erheben“, erklärt Maximilian Hardegg, Gutsverwalter in Hardegg im Weinviertel und Initiator der Studie. Besonders der Bereich der Nachfolge sei angespannt: Rund 60 Prozent der Befragten gaben so an, die Nachfolge noch nicht abschätzen zu können.

Bürokratieabbau und unternehmerische Orientierung gefordert

Um die Situation der Landwirte zu bessern, fordert Hardegg einen Bürokratieabbau, damit Unternehmen mehr Zeit für andere Initiativen haben. Zudem solle es bereits eine unternehmerische Orientierung in der Ausbildung geben und auch Gesetzgebung und Steuern sollten angepasst werden.

„Wir brauchen beispielsweise einen weiter gefassten Familienbegriff, damit auch Neffen oder Nichten problemlos einen Betrieb übernehmen können“, so Hardegg.

„Es ist wesentlich, dass wir uns in schwierigen Zeiten mit Grundsatzthemen befassen, weil wir hier auch von Seiten der Agrarpolitik Handlungen setzen können“, meint der zuständige NÖ-Landesrat Stephan Pernkopf (VP).

Er verweist auf bereits bestehende Förderungen – etwa für Investitionen oder Jungübernehmer. „Es gilt aber auch klar, Bürokratie abzubauen und die gesamte Branche intensiv zu unterstützen“, sagt Pernkopf.