Erstellt am 07. März 2016, 05:04

Bausparvertrag am beliebtesten. Die Lieblingssparvariante der Österreicher ist der Bausparer. Junge finden die Prämie attraktiv.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Der Weg zum Eigenheim ist oft steinig. Und zwar schon bevor man sich entschieden hat, wie der Vorgarten angelegt wird.

Um das nötige Kleingeld dafür beisammen zu haben, schließen viele Österreicher und Österreicherinnen einen Bausparvertrag ab. Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2015 taten das über 400.000 Menschen im Land.
Aus einer Online-Befragung von marketagent.com geht nun zwar hervor, dass mehr als die Hälfte der Österreicher die derzeitige Bausparprämie unattraktiv findet. Diese beträgt für 2016 nach wie vor 1,5 Prozent auf Einzahlungen, das sind maximal 18 Euro.

Die Höhe der staatlichen Prämie ist nicht für die gesamte Laufzeit garantiert, sondern wird jährlich neu festgelegt. Mehr als drei Viertel sind laut der Umfrage dennoch mit ihren Erfahrungen bezüglich des Bausparens zufrieden. Generell finden die Jüngeren die Prämie attraktiver als die Älteren. Allerdings geht aus der Umfrage hervor, dass die Ersparnisse nur zu neun Prozent für den Kauf von Immobilien aufgewendet werden.

Ein prämienbegünstigter Bausparvertrag pro Person

Die Höhe der staatlichen Prämie ist von der Zinsenentwicklung am österreichischen Kapitalmarkt abhängig. Die Bausparprämie – nicht jedoch die normale Verzinsung – ist von der KESt befreit. Jede Person darf nur einen einzigen prämienbegünstigten Bausparvertrag abschließen. Die Prämien-Gutschrift am Bausparkonto erfolgt jährlich im Nachhinein, exakt am 31. Jänner. Bei einem Bausparvertrag, der etwa im Jänner 2015 eröffnet wurde, erfolgt die Gutschrift der staatlichen Prämie erstmals im Jänner 2016.

Für die Online-Befragung des Marktforschungsinstitutes wurden letztes Jahr 1.011 Personen zwischen 18 und 59 Jahren befragt, die im Web aktiv sind und schon mal einen Bausparvertrag hatten oder derzeit laufen haben.
Bausparvertrag dient oft für Notsituationen

Sparen für Auto und Motorrad

25,4 Prozent gaben in der Befragung an, den Bausparvertrag als eine Art Sicherheitspolster für Notsituationen abgeschlossen zu haben. 23 Prozent wollen sparen beziehungsweise Geld anlegen und 16,2 Prozent wollen mit einem Bausparer das Vermögen vermehren.Die meisten Bausparer schließen den Vertrag mit dem persönlichen Betreuer von der Bank ab oder direkt bei dem Bankinstitut.

Das Angesparte wird meistens für ein Auto oder Motorrad ausgegeben. 11,3 Prozent der Befragten verwenden es immerhin für Möbel und Wohnungseinrichtung. Jeder Dritte gab an, dass Bauspar-Vergleichsportale einen hohen Stellenwert hätten. Jedoch ist für fast genauso viele der Stellenwert gering. Gerade bei den Jüngsten der Befragten sind die verschiedenen Vergleichsportale wichtig.

www.marketagent.com

Welche Sparform passt für mich?

  • Beratung
    Für Beratung, welche Sparform am passendsten ist, sollte man sich genügend Zeit nehmen.

  • Vergleich
    Konditionen und Möglichkeiten sollten untereinander verglichen werden 

  • Identifikation
    Für die Sparbucheröffnung und -behebung braucht man einen amtlichen Lichtbildausweis.

  • Richtige Wahl
    Die Sparvariante sollte auch dem Sparverhalten entsprechen. Lieber eine kürzere Laufzeit, als dass das Sparbuch zu früh aufgelöst werden muss.

  • Genauer Check
    Als Sparer sollte man sich unbedingt über die Bedingungen für jedes Produkt informieren.

  • Kontrolle
    Die Verzinsung der Sparbücher sollte regelmäßig kontrolliert werden. Zinssätze kann man auch nachverhandeln, vor allem dann, wenn die Konkurrenz billigere Angebote hat.

  • Bindungsfrist beachten
    Die Bindungsfristen sollten dem Veranlagungszweck dienen. Benötigt man das Angesparte länger nicht, ist es sinnvoll, eine zeitliche Bindung auszumachen, die einen höheren Zinsertrag bringt.

  • Achtung
    Legt man ein Sparbuch an, sollte man unbedingt auf die Vorschusszinsenfalle aufpassen, die es bei gebundenen Sparbüchern gibt.

  • Zusätzliche Kosten
    Die Verzinsung bei „Spar-Cards“ ist oft besser als bei Sparbüchern. Hier sollten aber anfallende Zusatzkosten beachtet werden.


Die wichtigsten Tipps zum Bausparen

In Österreich gibt es vier Bausparkassen, bei denen man zu unterschiedlichen Konditionen einen Bausparvertrag abschließen kann. Der Kunde kann zwischen fixer und variabler Verzinsung wählen. Der Staat zahlt seit 1. April 2012 eine Prämie zwischen 1,5 Prozent und 4 Prozent von der geleisteten Spareinlage bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 1.200 Euro.

Jeder Bausparer muss mindestens sechs Jahre laufen. Man kann grundsätzlich zwar den Vertrag früher auflösen, aber das kann sehr teuer kommen, weil ein Verwaltungskostenbeitrag zu entrichten ist. Ein Tarif-Vergleich sollte auf jeden Fall durchgeführt werden, denn der Einstiegszins ist sehr häufig nur ein Jahr fix ab Vertragsabschluss.

Hier die wichtigsten Tipps vor dem Abschluss eines Bausparvertrages:

1. Vergleich: Um vergleichen zu können, sollte man sich vom Bausparberater verschiedene Berechnungsvarianten anbieten lassen. Wichtig ist, dass alle Spesen enthalten sind und auch mit der angebotenen Zinsober- und Untergrenze gerechnet wird.

2. Zinssatz: Unbedingt sollte beim angebotenen Zinssatz nachgefragt werden. Wie lange ist er gültig? Wie wird sich die Zinsgleitklausel auswirken?
Oft wird nämlich mit dem Einstiegszins und der staatlichen Prämie geworben. Der variable Zins wird in der Werbung allerdings oft weggelassen.

3. Kontoführungsgebühren: Ob man im Jänner oder erst im Dezember den Vertrag abgeschlossen hat, ist egal, die Kontoführungs-Gebühr muss schon im ersten Jahr bezahlt werden.
Wenn man den Vertrag erst im zweiten Halbjahr abschließt, macht es Sinn, mit der gewählten Bausparkasse die Gebühr für das „kurze Jahr“ zu verhandeln.

4. Bankenrechner: Beim Bankenrechner der Arbeiterkammer kann man alle Bausparkassen miteinander vergleichen.

 www.arbeiterkammer.at


Die besten Konditionen durch den Vergleich

Auf mehreren Homepages wird online die Möglichkeit geboten, einen Vergleich von Bausparverträgen durchzuführen. Vorteil ist einerseits der vorhersehbare Wertzuwachs, der mit keinem Risiko verbunden ist. Außerdem gibt es eine staatliche Prämie und nur eine mittlere Bindungsdauer für Kunden der Kasse.

  • www.123bausparen.at
    Diese Seite ist eine unabhängige Information über Bausparverträge. Man findet die derzeitigen Angebote aller Bausparkassen in Österreich und kann direkt vergleichen. Über die Homepage kann auch direkt ein Bausparvertrag abgeschlossen werden – mit zusätzlich 40 Euro Startgeld fürs Konto.

  • www.bankenrechner.at
    Die Erträge bei laufendem Sparen kann man auf der Seite der Arbeiterkammer einsehen. Außerdem gibt es Detail-Informationen zu allen Spesen. Auch welches Sparbuch die höchsten Zinsen bringt oder welches Girokonto am günstigsten ist, kann man hier nachschauen.

  • www.durchblicker.at
    Beim „Durchblicker“ findet man je nach Zahlungszeitpunkt, Sparleistung, Alter und Zinsvariante die derzeit günstigsten Angebote. Auch was die Formalitäten rund um Vertragsabschluss und Anbieterwechsel betreffen, kann man sich hier an Berater wenden, die informieren, wie man bei Fixkosten sparen kann.

  • www.bankkonditionen.at
    Bankkonditionen.at hilft beim Vergleich von Sparzinsen, Kreditzinsen, Kreditkarten, Girokonten, Broker und weiteren Produkten.So soll es leichter sein, Gebühren zu reduzieren, die Kreditzinsen zu senken und durch den Vergleich höhere Sparzinsen zu erhalten.