Erstellt am 18. August 2016, 09:03

UNIQA und Raiffeisen NÖ-Wien steigen aus. Die börsennotierte UNIQA Versicherung und die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien steigen bei der NÖ Versicherung aus, an der sie zusammen 25,11 Prozent halten, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit.

UNIQA TOWER  |  NOEN, KRISTIAN BISSUTI (KURIER)

Die UNIQA trennt sich dabei von ihrem Anteil von 13,22 Prozent und wird dafür im Jahr 2016 einen Veräußerungsgewinn vor Steuern von rund 37 Mio. Euro erzielen, so die Versicherung.

Die Minderheitsanteile von UNIQA und Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien sollen durch die NÖ Versicherung eingezogen und abgefunden werden. Eine außerordentliche Hauptversammlung der NÖ Versicherung am 25. August soll über die Einziehung der Aktien beschließen. Die UNIQA werde einer für die Einziehung der Minderheitsanteile erforderlichen Satzungsänderung zustimmen.

Konzentration auf Kerngeschäft

Die UNIQA konzentriere sich in Rahmen ihrer Wachstumsstrategie UNIQA 2.0 auf das Kerngeschäft im versicherungstechnischen Bereich und richte auch ihr Beteiligungen danach aus, so Konzern-Chef Andreas Brandstetter. "Während wir zum Beispiel in Kroatien und Serbien zugekauft haben und unser Engagement im Privatspitalsbereich ausbauen, haben wir Beteiligungen, die nicht direkt ins Versicherungsgeschäft einzahlen abgegeben." Dazu zählten beispielsweise Beteiligungen an Hotels und Medien genauso wie jene an den Casinos – auch wenn das Closing bei letzteren noch offen sei. Im Fall der NÖ Versicherung trenne sich die UNIQA nun "von einer Minderheits-Finanzbeteiligung an einem erfolgreichen Landesversicherer."

Raiffeisen-Holding NÖ-Wien Generaldirektor Klaus Buchleitner erklärte in einer Pressemitteilung, man stelle das Beteiligungsportfolio permanent auf den Prüfstand und fokussiere sich auf die vier Kerngeschäftsfelder Finanzdienstleistungen, Industrie, Medien und Immobilien. "Mit der Veräußerung unserer Minderheitsbeteiligung an der Niederösterreichischen Versicherung setzen wir diesen strategischen Kurs der Optimierung unseres Beteiligungsportfolios konsequent fort."

Mehrheitseigentümer der NÖ Versicherung mit einem Anteil von 74,89 Prozent ist laut Firmen-Compass die LK-NÖ Versicherungsholding, die über die LK-NÖ Holding GmbH zur Niederösterreichischen Landes-Landwirtschaftskammer gehört.

"Entflechtung der Beteiligungsstruktur"

"Durch die Entflechtung unserer Beteiligungsstruktur können wir uns noch besser auf unser Geschäftsmodell eines in Wien und Niederösterreich tätigen Regionalversicherers konzentrieren", so NÖ-Versicherung-Chef Hubert Schultes.

Eine positive Stellungnahme der Finanzmarktaufsicht zu der Transaktion liegt vor, so die NÖ Versicherung in einer Pressemitteilung. Die erforderlichen Schritte sollen in der für den 25. August geplanten Hauptversammlung vorgenommen werden sollen.

Die Minderheitsanteile von UNIQA und Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien sollen durch die NÖ Versicherung eingezogen und abgefunden werden, so die börsennotierte UNIQA, die ihren Anteil von 13,22 Prozent abgibt. Die UNIQA werde durch die Einziehung und Ablöse der Aktien, die wirtschaftlich einem Verkauf der Beteiligung entspreche, 2016 einen Veräußerungsgewinn vor Steuern in Höhe von rund 37 Mio. Euro erzielen.