Erstellt am 04. April 2017, 01:12

von Martin Gebhart und Anita Kiefer

Bessere Straßen nach Südmähren. Arbeitsgespräch mit Kreishauptmann. Bilanz über 25 Jahre Straßenbau in NÖ.

Landeshauptmann Erwin Pröll beim Arbeitsgespräch mit Südmährens Kreishauptmann Bohumil Simek im Landhaus in St. Pölten.  |  NLK/Filzwieser

Es passte zusammen. Am Montag der Vorwoche verhandelte ÖVP-Landeshauptmann Erwin Pröll noch mit dem südmährischen Kreishauptmann Bohumil Simek über den grenzüberschreitenden Straßenbau. Tags darauf zog Pröll dann Bilanz über seine 25-jährige Tätigkeit als Straßenbaureferent.

Bei den Gesprächen mit der Delegation aus Tschechien ging es in erster Linie um die Nordautobahn A 5 und die Verbindung Hollabrunn - Guntersdorf - Znaim - Iglau. Auf niederösterreichischer Seite sei alles auf Schiene, so Pröll nach dem Arbeitsgespräch. Ende des Jahres sollte bei der A 5 die Strecke von Schrick nach Poysdorf Nord freigegeben werden, danach wird bis zur Staatsgrenze weitergebaut. Mit der Strecke nach Znaim werde noch heuer begonnen, spätestens 2020 sollte sie fertig sein. Kreishauptmann Simek sagte, dass auf tschechischer Seite alles getan werde, um für diese Verkehrsinfrastruktur die Termine einzuhalten.

„Politik muss das Heft in die Hand nehmen“

Bei seiner Bilanz über den Straßenbau in NÖ, den Landeshauptmann Erwin Pröll seit Herbst 1992 zu verantworten hatte, ging er auch auf die heutigen Schwierigkeiten bei der Umsetzung ein.

Seit 1992 wurden von Asfinag und Land NÖ – auf das heutige Preisniveau hochgerechnet – insgesamt rund acht Milliarden Euro in NÖ investiert – von Kurvenbegradigungen bis hin zu Umfahrungen. Konkret wurden unter anderem 140 Kilometer Autobahn neu gebaut, 160 zusätzliche Fahrspuren auf Autobahnen, neun neue Anschlussstellen, drei Donaubrücken (in Tulln, Pöchlarn, Traismauer) und 140 neue Umfahrungskilometer. Pröll: Insgesamt seien es über 20.000 Baumaßnahmen auf Landesstraßen gewesen.

Für die Zukunft des Straßenbaus sei für ihn vor allem eine sinnvolle Verschränkung zwischen Individual- und Öffentlichem Verkehr, eine überregionale Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur und die Effizienz von Projekten wichtig. Letztere halte er „für eine der größten Herausforderungen, die wir haben“, so Pröll. Denn Einsprüche und gerichtliche Urteile würden wichtige Projekte verzögern oder sogar gänzlich blockieren. Seine Lösung dafür: „Die Politik muss wieder mehr und mehr das Heft in die Hand nehmen.“ So könne man etwa die Standortqualität und die Zukunft des Standortes im Gesetzestext mitberücksichtigen.