Erstellt am 08. Mai 2016, 05:04

von NÖN Redaktion

Cooler als Holz & besser als Plastik. Ökologisch und pädagogisch wertvoll: Das Unternehmer-Trio Bioblo erobert mit seinen bunten Öko-Bausteinen die Kinderzimmer.

Bioblo-Bausteine sind nicht nur Spielzeug, sondern auch als Lernspielzeug einsetzbar: Ob Farbzuordnungen, Zähl- und Rechenaufgaben oder auch die Erforschung geometrischer und physikalischer Grundbegriffe - die bunten Bausteine sind vielfältig.  |  NOEN, Bioblo Spielwaren GmbH
„Bau was!“ Das ist das Motto von Hannes Frech, Stefan Friedrich und Dietmar Kreil und erfanden eine Alternative zu den üblichen Bauklötzen: Bioblos. Bioblo ist ein Spiel- und Konstruktionsbaustein mit einer durchbrochenen Wabenform. Bioblos sind bunt. Und nicht aus Holz, sondern aus einem speziellen Öko-Werkstoff, der ihnen ganz besondere optische und mechanische Eigenschaften verleiht. „Sie sind cooler als Holz und besser als Plastik“, erklärt Stefan Friedrich.

Die Idee dazu hatte Wissenschafter Hannes Frech schon vor Jahren, als seine Tochter mit Holzbausteinen spielte und sich Frech fragte, warum es diese nicht bunter und moderner gibt. Als Technikumsleiter des Instituts für Naturstofftechnik am IFA Tulln verfolgte er diesen Gedanken weiter und entwickelte schließlich stäbchenförmige Bausteine mit Wabenstruktur, die zu 60 Prozent aus Holz, zu 40 Prozent aus Bio-Kunststoff und aus ökologisch unbedenklicher Farbe bestehen.

„Wenn auf Messen Kinder die ganze Zeit
über nur bei unserem Stand spielen und gar
nicht mehr wegwollen. Das zeigt uns, dass
wir am richtigen Weg sind.“
Bioblo-Mitbegründer, Stefan Friedrich

Als aus der Idee schließlich ein spielfertiger Baustein entstand, war Frechs Tochter bereits dem Spielealter entwachsen. Freunde und Bekannte waren zwar begeistert von der Idee und auch Spielzeugfirmen zeigten Interesse, doch zu einer Vereinbarung kam es nicht. Das Projekt wurde beiseitegelegt, bis Frech im Sommer 2014 den Tullner Werbefachmann Stefan Friedrich, Vater dreier Kinder, traf, der von der Idee begeistert war. Was dem Techniker Frech an Kenntnissen über Produktpräsentation und Auftritt fehlte, glich der Werbefachmann aus.

Gemeinsam mit Designer Dietmar Kreil aus Perchtoldsdorf entwickelte Friedrich Vermarktungsstrategie, Markenname, Logo und eine ansprechende Verpackung. Im Sommer 2015 gründeten die drei die Bioblo Spielwaren GmbH – aus einer Technikeridee war ein Start-up-Trio geworden, das den Markt mit seinen bunten Bausteinen zu erobern begann.

"Feedback von Anfang an super!"

In Zusammenarbeit mit Schul- und Kindergartenpädagoginnen wurde Bioblo weiterentwickelt, um den Ansprüchen eines kurzweiligen Konstruktionsspielzeugs für alle Altersgruppen gerecht zu werden. „Das Feedback war von Anfang an super! Auch bei erwachsenen Baumeistern“, erinnert sich Friedrich.
Zu Beginn verkauften sie über den Webshop quasi unmittelbar aus dem Lager heraus – die Ware kam aus den Händen der Firmengründer persönlich, denn als Start-up wird zu Beginn viel selbst Hand angelegt.

Angefangen von der gesamten Konfektionierung, der Etikettierung und der Versendung selbst. „Du machst am Anfang wirklich alles selber. Glücklicherweise können wir drei, da wir aus unterschiedlichen Sparten kommen, viele Aufgaben abdecken“, erzählt Friedrich. Aber dafür bekommen sie auch den Anklang von Bioblo hautnah mit.

„Wenn auf Messen Kinder die ganze Zeit über nur bei unserem Stand spielen und gar nicht mehr wegwollen – das zeigt uns, dass wir am richtigen Weg sind.“ Weitere Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein, untermauerten zwei Auszeichnungen für das Start-up: das Spielgut-Empfehlungssiegel des Arbeitsausschusses Kinderspiel und Spielzeug und der „Green Produkt Award 2015“.

Produktion in Österreich und Kroatien

Vor Weihnachten erfolgte eine weitere angenehme Erfahrung: „Wir waren rasch ausverkauft. Das hat uns überrascht, aber natürlich sehr gefreut“, erzählt Friedrich und meint weiter: „Wir haben das einfach unterschätzt, man muss zuerst ein Gefühl bekommen, welche Mengen wirklich weggehen. Wir, als junges Unternehmen, machen noch Fehler, aber wir sind bereit, uns durchzuschlagen.“

Produziert wird mittlerweile größtenteils in Kroatien, rund 500.000 Steine pro Jahr. Das IFA Tulln spielt als hochkarätige Forschungseinrichtung nach wie vor eine entscheidende Rolle in der Feinabstimmung und Weiterentwicklung der Bausteine. „Die Produktion ist aufgrund des speziellen Materials recht aufwändig und kostspielig. Würden wir in China produzieren, wäre es lukrativer, aber das wollen wir aus ideologischen Gründen nicht“, so Friedrich.

Denn Ökologie und Nachhaltigkeit ist ein großes Bestreben des Trios. Die Bausteine sind mit ihrer Zusammensetzung aus Holz und Biokunststoff gänzlich erdölfrei, also zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Alternativ dazu entwickelte Frech eine Bioblo-Variante mit Recyclingkunststoff, die sich durch eine rauere Oberfläche auszeichnet und damit über noch bessere Baueigenschaften verfügt.

Weiterentwicklung: unterschiedliche Längen

Bioblo wird mittlerweile auch nach Deutschland verschickt und ab Mai ist es im breiten Handel erhältlich, da der Wiener Spielverlag Piatnik die Distribution für das Start-up übernommen hat.

Das war es für Bioblo allerdings noch nicht: Frech tüftelt an der Weiterentwicklung des Bausteins – unterschiedliche Längen und eventuell ein Stecksystem für das Bauen von größeren statischen Teilen. „Aber das nur, wenn wir eine perfekte Idee für diese Verbindungsstücke haben“, fügt Friedrich hinzu.

Bioblo im Detail

  • Bioblo ist ein Spiel-Baustein für Kinder ab drei Jahren. Der zugrunde liegende Werkstoff „Bio-Fasal“ besteht zum überwiegenden Teil aus nachwachsenden Rohstoffen.

  • Fasal wurde über Jahre hinweg am Institut für Naturstofftechnik der Universität für Bodenkultur (IFA Tulln) entwickelt und speziell für Bioblo angepasst.

  • Die bunten Bausteine beflügeln mit ihrer durchbrochenen Wabenform die Fantasie von Jung und Alt. So lassen sich beispielsweise Licht- und Schatteneffekte erzielen, indem man Bioblos um eine Lichtquelle herum baut.

  • Dank der pädagogischen Aspekte kommt Bioblo auch vielfach in Kindergärten und Schulen zum Einsatz. Es fördert die Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit sowie die Frustrationstoleranz der Kinder.

  • Weitere Informationen auf: www.bioblo.at