Baden

Update am 18. April 2017, 11:11

von Anita Kiefer und Daniel Lohninger

Milchbauern wollen NÖM kaufen. Die MGN will bis Jahresende ihren Anteil an der NÖM auf 100 Prozent ausbauen.

Es tut sich was in der NÖ-Milchwirtschaft. Aktuell hält die Milchgenossenschaft MGN bei 25 Prozent der Anteile an der NÖM. Bis Ende des Jahres wollen die Milchbauern alleinige Eigentümer sein.  |  dpa/Friso Gentsch

Die Milchgenossenschaft NÖ (MGN) will die niederösterreichische NÖM AG mit Sitz in Baden kaufen – und zwar zur Gänze. Dies schrieb in der Vorwoche die Raiffeisenzeitung.

Leopold Gruber-Doberer, Geschäftsführer der MGN, bestätigt gegenüber der NÖN diese Pläne. Aktuell hält die MGN bei 25 Prozent der Anteile an der NÖM, die übrigen 75 Prozent sind in Besitz der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien.

Leopold Gruber-Doberer, Geschäftsführer der Milchgenossenschaft MGN.  |  Gleiß

Ob der Kauf zustande kommt, hänge „vom Preis ab“, so Gruber-Doberer: „Nämlich, ob wir uns einig werden.“ Nach Ostern sollen die diesbezüglichen Gespräche starten. Dass nur ein weiterer Prozentanteil gekauft wird, steht für die MGN eigentlich nicht zur Debatte. „Wir wollen bis Jahresende Alleineigentümer sein“, gibt Gruber-Doberer einen Zeithorizont an.

Falls es keine Einigung mit Raiffeisen über den Kaufpreis gibt, dann werde einfach alles beim Alten bleiben. „Wir haben in dem Sinn ja keinen Druck“, lobt Gruber-Doberer die gute Zusammenarbeit mit Raiffeisen. Falls der Kauf zustande kommt, will Gruber-Doberer an der Struktur der NÖM nichts ändern.

„Damit ist Absatz dauerhaft gesichert“

Johann Krendl, Obmann der MGN, dazu: „Wir als MGN haben den Anspruch, dass wir alleiniger Lieferant der NÖM sind. Diesen Anspruch können wir dauerhaft nur absichern, wenn uns die NÖM gehört. Damit ist auch der Absatz unserer 3.300 Milchbauern dauerhaft gesichert.“ Als alleiniger Eigentümer trage man zwar ein höheres Risiko, aber habe auch mehr Gestaltungsspielraum.

Laut Raiffeisenzeitung gibt es in der MGN bereits einstimmige Vorstands- und Aufsichtsratsbeschlüsse zum Kauf. Die Raiffeisen-Holding signalisierte Gesprächsbereitschaft. Finanziert werden soll der Kauf über die Erhöhung der Geschäftsanteile mittels Milchpreis sowie Kredit, der durch die Erträge refinanziert werden soll.