Erstellt am 10. Juni 2016, 10:41

Dichtes Auffahren wird in NÖ als Gefährdung gesehen. Laut einer IFES-Umfrage für die ASFINAG empfinden 79 Prozent der Niederösterreicher dichtes Auffahren im Straßenverkehr als Gefährdung.

 |  NOEN, ASFINAG/Wolfgang Simlinger/www.simi.at

Fairplay im Straßenverkehr sorgt auch für mehr Sicherheit auf unseren Straßen. Ausreichend Abstand, andere einordnen lassen, rechtzeitig blinken – all diese Verhaltensweisen werden von Verkehrsteilnehmern als fair empfunden.

Im Rahmen der Info-Kampagne „Fair lenken – an andere denken“ hat das IFES-Institut (Institut für empirische Sozialforschung) dazu 1.000 Lenkerinnen und Lenker aus allen Bundesländern im Auftrag der ASFINAG befragt.

Die Ergebnisse in Niederösterreich im Detail:

Besonders gefährlich stufen Niederösterreichs Autofahrer mit 79 Prozent das dichte Auffahren und Drängeln. Abrupte Fahrstreifenwechsel stehen dem mit 70 Prozent um nichts nach.

Auch das langsame Fahren auf dem mittleren und linken Fahrstreifen auf Autobahnen und Schnellstraßen stufen die Niederösterreicher mit 67 Prozent als hohes Gefahrenpotenzial ein. Das Schnellfahren und Rechtsüberholen ebenfalls zu sehr gefährlichen Situationen führen, wird von 46 und 33 Prozent der Fahrer bestätigt.

Immerhin noch 18 Prozent der Verkehrsteilnehmer bestätigen, dass auch das Langsamfahren am rechten Fahrstreifen zur Gefahr werden kann. „Fairplay ist gerade vor der Fußball-Europameisterschaft im sportlichen Sinne zurzeit in aller Munde. Faires Fahrverhalten sollte aber stets unser Begleiter im Verkehr sein: denn mehr Fairness bedeutet mehr Sicherheit. Es erspart Ärger und hilft, Unfälle zu vermeiden“, erklärt ASFINAG-Geschäftsführer Josef Fiala.
 
Trotz dieser klaren Aussagen hinsichtlich gefährlichem oder unfairem Fahrverhalten ist die Selbsteinschätzung sehr positiv: 90 Prozent der Niederösterreicher denken, dass ihr eigenes Fahrverhalten von anderen Verkehrsteilnehmern als rücksichtsvoll eingeschätzt wird.

Bei der Frage, ob sie andere Verkehrsteilnehmer als rücksichtsvoll einschätzen, ist die Meinung, dass immerhin 58 Prozent glauben, dass das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer unfair und nicht rücksichtsvoll ist.

Fairness im Straßenverkehr im Bundesvergleich

Die Befragung durch das IFES-Institut zeigt auch regionale Unterschiede in den Bundesländern auf. Bei der Frage „Fühlen Sie sich durch Schnellfahren anderer Autofahrer auf der Autobahn gefährdet“ nimmt Salzburg mit 66 Prozent den Spitzenplatz ein – gefolgt von Vorarlberg (57 Prozent), Wien und Burgenland (jeweils 53 Prozent).

70 Prozent der Befragten aus Niederösterreich fühlen sich durch abrupte Fahrstreifen-Wechsel gefährdet. Auf den Plätzen folgen Salzburg und Wien (jeweils 69 Prozent) sowie Burgenland und Oberösterreich (jeweils 64 Prozent).

Bei dichtem Auffahren und zu geringem Sicherheitsabstand votierten 86 Prozent der Salzburger dafür, dass solches Verhalten anderer Autofahrer gefährlich ist. Hohe Werte ergab die Umfrage auch bei Niederösterreich (79 Prozent), Wien und Burgenland (jeweils 78 Prozent).

Info-Kampagne für mehr Sicherheit

Die Ziele der ASFINAG mit der Info-Kampagne „Fair lenken – an andere denken“ sind klar: respektvoller Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern und grundsätzlich mehr Gelassenheit hinter dem Steuer. Das soll für noch mehr Sicherheit auf Autobahnen und Schnellstraßen sorgen.

Denn: 37 Prozent aller Unfälle auf Autobahnen und Schnellstraßen werden durch Ablenkung oder Unachtsamkeit verursacht. Zu hohe Geschwindigkeit (17 Prozent) oder zu geringer Sicherheitsabstand (11 Prozent) sind weitere Hauptursachen.