Erstellt am 19. Juli 2016, 05:49

von Anita Kiefer

NÖ ist e-Zulassungskaiser. In keinem anderen Bundesland wurden im ersten Halbjahr 2016 mehr e-Autos zugelassen. Der Bestand liegt in Niederösterreich aktuell bei mehr als 2.000 e-Fahrzeugen.

Insgesamt 417 e-Autos wurden in Niederösterreich im ersten Halbjahr 2016 zugelassen.  |  NOEN, Shutterstock.com / Matej Kastelic

417 e-Autos mit niederösterreichischen Kennzeichen wurden im ersten Halbjahr 2016 neu zugelassen. Das sind so viele wie in keinem anderen Bundesland und bedeutet eine Steigerung von 100 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015. Inklusive e-Klein-Lkw und Plugin Hybrid-Autos erhöht sich diese Zahl sogar auf 524.

Die meisten neu zugelassenen e-Autos stammten laut Daten der Statistik Austria im ersten Halbjahr 2016 in Niederösterreich von der Marke Renault mit 104 e-Autos. 88 VW-e-Autos wurden im blau-gelben Bundesland zugelassen, 79 der Marke Nissan, 52 KIA und 49 Tesla. Der Rest waren BMW (17), Citroen (2), Mercedes (20), Opel (1) und Peugeot (5). Bundesweit wurden 2.008 e-Autos im ersten Halbjahr 2016 neu zugelassen.

Kaufpreis beginnt bei rund 20.000 Euro

E-Autos sind ab 20.000 Euro inklusive Batterie zu bekommen, weiß ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober. Nach oben hin können die Preise je nach Ausstattung bis zu über 100.000 Euro gehen.

Vor der Anschaffung eines e-Autos sollte jedenfalls einiges bedacht werden, empfiehlt er: Etwa, dass die Möglichkeit bestehen sollte, das Auto zu Hause oder an einer Gratis-Tankstelle zu laden. Bei kostenpflichtigen Stromtankstellen gebe es nämlich zwei Abrechnungssysteme, kennt er die Tücken: Bei einer werde nach geladener Leistung, bei anderer nach Zeit berechnet. „Das heißt, wenn das Auto drei Stunden an der Tankstelle geladen wird, nach 1,5 Stunden aber schon voll ist, werden trotzdem drei Stunden berechnet.“ Was die Reichweite angeht, so liegen alle e-Autos nach Erfahrungen des ÖAMTC unter den Angaben der Hersteller. Die Reichweite hänge nämlich stark vom eigenen Fahrverhalten und Umwelteinflüssen (etwa ob Klimaanlage oder Heizung benötigt würden) ab, so Grasslober. Dies müsse vor der Anschaffung eines e-Autos bedacht werden. Und auch, ob für lange Fahrstrecken die Möglichkeit besteht, ein Auto auszuborgen oder ein Zweitauto zu nehmen.

Laut Informationen des Landes NÖ gibt es landesweit 33 Schnellladestationen. Durch die könne man in einem Radius von 60 Kilometern e-Fahrzeuge laden, so Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav (VP). Das Land NÖ selbst hat aktuell 23 e-Autos im Fuhrpark, in Niederösterreichs Gemeinden sind es rund 40, auf die eine Förderung beim Land NÖ läuft.

Um Unternehmen die Umstellung auf einen e-Fuhrpark zu erleichtern, wird es ab Oktober 2016 das Weiterbildungsangebot „E-Mob-Train“ geben. Seit der letzten Steuerreform ist ein Vorsteuerabzug für Firmen Elektroautos möglich.