Erstellt am 25. Mai 2016, 12:46

von APA Red

EVN baut Trinkwasserbereich in Niederösterreich aus. Der börsennotierte Versorger EVN baut den Trinkwasserbereich in Niederösterreich aus, kündigte der Vorstand am Mittwoch bei der Halbjahrespressekonferenz an.

 |  NOEN, EVN-Rumpler
Im Stromgeschäft werden die thermischen Kraftwerke verstärkt für die Stabilisierung der Stromnetze eingesetzt.

Im Trinkwasserbereich sieht die EVN viele Parallelen und Synergien zu den bestehen Geschäftsfeldern Strom und Gas und eine gute Basis für die Erweiterung des Infrastrukturgeschäfts. Es würden Probleme auftreten, die Herausforderungen für die Infrastruktur darstellten, so würden beispielsweise Swimmingpools mit Trinkwasser befüllt.

Die EVN Wasser versorgt derzeit bereits 560.000 Kunden mit Trinkwasser, davon mehr als 100.000 direkt. In Betrieb hat die EVN beispielsweise bereits drei Naturfilteranlagen zur Reduktion der Wasserhärte.

30 bis 50 Mio. Euro pro Jahr

Nun will man verstärkt Wasser aus dem Alpenvorland in andere Regionen bringen und die Qualität verbessern. Projekte sind neben Trinkwasserleitungen aus dem Alpenvorland in die Ballungszentren und auch Qualitätsverbessernde Maßnahmen etwa durch Naturfilteranlagen und neue Pumpwerke. Die jährlichen Investitionen beziffert EVN-Chef Peter Layr künftig mit 30 bis 50 Mio. Euro.

Im bisherigen vierjährigen Investitionsplan sind insgesamt 50 bis 60 Mio. Euro vorgesehen. Bei den Alpenvorland-Projekten stimme sich die EVN auch mit den Wiener Wasserwerken ab. Das Wassergeschäft der EVN sei positiv. Die EVN sei nach den Wiener Wasserwerken der zweitgrößte Trinkwasserversorger in Österreich. Versorgt würden von der EVN bereits mehr 25 bis 27 Prozent der Kommunen.

Im Strombereich werden die thermischen Kraftwerke verstärkt für die Stabilisierung der Netze eingesetzt. Hier seien Megawatt wichtiger als die Megawattstunde, so Layr. Für die Winterreserve im süddeutschen Raum stellt die EVN rund 900 Megawatt (MW) zur Verfügung. Für die Sommerreserve der Verbund-Tochter APG (Austrian Power Grid) beträgt die Reservekapazität rund 400 MW, weil bei den Kraftwerken über den Sommer Servicearbeiten durchgeführt werden.

Smart Meter ab 2017

Die Kraftwerke seien derzeit jeden zweiten Tag im Einsatz, Tendenz steigend, so Layr. Allerdings seien die Einsatzzeiten kürzer, die Volllaststunden seien um zwei Drittel zurückgegangen. Den Ergebnisbeitrag bezifferte EVN-Vorstand Stefan Szyszkowitz mit einem tiefen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Bei der Umstellung auf digitale Stromzähler (Smart Meter) werde der Massen-Roll-Out Anfang 2017 starten, bekräftigte Layr. Die EVN werde das EU-Ziel einer 80-prozentigen Abdeckung bis 2020 mit Sicherheit erreichen. Der Anteil werde sich in den Folgejahren erhöhen, denn die alten Zähler müssten ohnehin ausgetauscht werden. Bei einer Reform des Ökostromgesetzes spricht sich Layr dafür aus, dass Windkraft und Biomasse wie bisher weitergeführt werden.

Das Geschäft in Südosteuropa war im ersten Halbjahr von deutlich milderen Temperaturen in Bulgarien geprägt, was zu einem Rückgang bei der Stromnachfrage führte. Weiter reduziert hat die EVN die Stromdiebstähle, während es gleichzeitig beim Inkasso einen Anstieg gab. Dies will man fortführen. Im Umweltbereich werden weiterhin Gespräche mit der Stadt Moskau bezüglich einer Kompensation für die Müllverbrennungsanlage Nummer 1 geführt. Beim Schiedsverfahren bezüglich des deutschen Kraftwerks Duisburg-Walsum rechnet die EVN mit einem Spruch Ende 2016.

Für das Gesamtjahr rechnet die EVN mit einem stabilen Ergebnis, beeinflusst eventuell von Schiedsverfahren. Die stabile Dividendenpolitik werde fortgesetzt.