Erstellt am 28. September 2015, 05:02

von Anita Kiefer

Zwist um Fahrplan. Verkehrsverbund Ostregion will durch Umschichtungen im bestehenden Vertrag mit ÖBB weitere Züge zwischen Wien und Amstetten anbieten. Westbahn protestiert.

 |  NOEN, Westbahn AG/Teufel
Die mehrheitlich private Westbahn kämpft derzeit an zwei Fronten, um ihre Position zu festigen. Zum einen erweitert das Eisenbahnunternehmen ab Oktober seinen Fahrplan (es wird zwölf zusätzliche Fahrten zwischen Wien und Linz an Wochenenden geben). Zum anderen will es zusätzliche Züge vom Konkurrenzunternehmen ÖBB zwischen Wien und Amstetten mit ÖBB-Fahrplanwechsel am 13. Dezember verhindern.

Seit 2013 nicht mehr Teil des VOR

Diese sollen durch Umschichtungen im bestehenden Vertrag zwischen Verkehrsverbund Ostregion (VOR) und ÖBB entstehen. Die bereits Anfang des Jahres aufgeflammten Unstimmigkeiten zum ÖBB-Fahrplanwechsel zwischen VOR, der für die Streckenvergabe in Wien, NÖ und Burgenland zuständig ist, und der Westbahn gehen also in die nächste Runde. Die Westbahn ist seit 2013 nicht mehr Teil des VOR.

Die Vorgeschichte: Anfang des Jahres wollte der VOR mit ÖBB-Fahrplanwechsel 13 REX200-Züge via Direktvergabe an die ÖBB zwischen Wien und Amstetten anbieten, um einen stündlichen Takt auf dieser Strecke zu ermöglichen. Diese Direktvergabe hatte die Westbahn beeinsprucht und Recht bekommen – weil der VOR einzuhaltende Fristen versäumt hat.

"Freie Kapazitäten durch Fahrplanänderungen"

Jetzt plant der VOR, diese Lücken im Rahmen des bereits bestehenden Verkehrsdienstevertrages mit den ÖBB zu füllen. „Durch die Fahrplanänderungen werden Kapazitäten frei“, erklärt VOR-Sprecher Georg Huemer. Dabei handle es sich um eine „unwesentliche Vertragsänderung“, die kostenneutral sei.

„Wir können bestätigen, dass wir einen Nachprüfungsantrag und einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung beim Gericht eingebracht haben“, heißt es dazu von Westbahn-Sprecherin Angelika Veith.

Zu den Gründen gibt die Westbahn aktuell kein Statement ab und verweist auf das laufende Verfahren. Die Anträge wurden vergangene Woche eingebracht.

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