Erstellt am 30. Oktober 2015, 13:04

von APA/Red

Neue Förderungen für Wirte. Rauchverbot, Registrierkassenpflicht & Co: Vorschriften machen den Wirten das Leben zunehmend schwer und zwingen zu Investitionen.

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"Am Ende dieser Entwicklung steht, dass die Freude an diesem Berufsstand verlorengeht", erklärte Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP). Ein am Freitag präsentierter Aktionsplan für NÖ Wirte soll nun u.a. durch Förderungen neue Anreize schaffen.

Wie Pröll ausführte, habe man in den vergangenen Monaten in den Regionen die Stimmung unter den Gastronomen eingefangen und festgestellt, dass sich "immer mehr Ärger und Frust" über "nicht nur für die Wirte unverständliche" Schritte der Bundespolitik und der Europäischen Union angesammelt hätten. So hätten die Wirte zunächst viel Geld investiert, um ihre Lokale in Nichtraucher- und Raucherräume zu teilen - nun werde ein generelles Rauchverbot eingeführt. Die Wirte würden sich nun fragen, warum sie in Umbauten investiert haben.

"Branche unter Generalverdacht"

Weitere Herausforderungen seien die Kennzeichnungspflicht für allergene Stoffe, die Barrierefreiheit und aktuell die Registrierkassenpflicht. Die Wirte hätten das Gefühl, dass damit "eine ganze Branche unter Generalverdacht gestellt" werde. Zudem sei damit ein großer finanzieller Aufwand verbunden, und man wisse, dass ab 1. Jänner 2017 ein neues technisches Know-how zum Tragen kommen werde.

Der Aktionsplan sieht vor, Schulungsmaßnahmen der Wirtschaftskammer mit 50.000 Euro zu unterstützen. Die Gelder der Wirtshauskultur für 2016 werden von 150.000 auf 200.000 Euro aufgestockt. Zudem soll der Zugang zu Förderungen für Investitionen über den Wirtschafts- und Tourismusfonds erleichtert werden, damit auch kleinere Investitionen getätigt werden können.

Niederösterreich-Werbung setzt Schwerpunkt 

Die Niederösterreich-Werbung werde einen Schwerpunkt auf die Gastronomie legen, "um wieder mehr Optimismus hineinzubringen", so Pröll. Die Wirtshäuser seien Kommunikationsorte, Teil der Lebenskultur und auch Rückgrat für den Tourismus.

Landesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) sprach laut der Aussendung von "überbordenden" Auflagen und "nicht durchdachten" Gesetzen. Die wirtschaftliche Weiterentwicklung werde damit nicht planbar, die Wirte könnten auch die Motivation verlieren, ihre Lokale an die nächste Generation zu übergeben. Die Untergrenze der förderfähigen Investitionskosten soll nun von 20.000 auf 10.000 Euro herabgesetzt werden.