Erstellt am 21. September 2015, 09:46

von Heinz Bidner

Gewerkschaft will Silvester arbeitsfrei. Arbeitnehmervertreter stoßen mit Forderungen auf wenig Verständnis der Arbeitgeber.

Verhandler: Patrick Slacik (l.), Veit Schmid-Schmidsfelden.  |  NOEN, Fotos: Tina King, Andreas Kraus
Am Donnerstag wird das Verhandlungsteam der Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp ihre Forderungen für die Kollektivvertragsverhandlungen in der Wirtschaftskammer übergeben. Es geht um rund 180.000 Beschäftigte (davon ein knappes Viertel in NÖ) in sechs Fachverbänden der Metallindustrie. Ab Oktober wird dann verhandelt.

„Die Betriebe hatten – mit Ausreißern – ein relativ gutes Wirtschaftsjahr“, meint Verhandler und PRO-GE NÖ-Landessekretär Patrick Slacik gegenüber der NÖN. Und: „Wir fordern eine angemessene Lohn- und Gehaltserhöhung.“ Diese solle über der Inflationsrate von 1,2 bis 1,3 Prozent liegen. Dazu gezählt werden sollte ein Teil des Produktivitätsforschrittes, so Slacik. Im Vorjahr lag die KV-Erhöhung bei 2,1 Prozent – bei einer zugrunde gelegten Inflationsrate von 1,7 Prozent.

31. Dezember zur Gänze arbeitsfrei

Was die Gewerkschaften noch fordern? „Der 31. Dezember soll zur Gänze arbeitsfrei sein“, sagt der Arbeitnehmervertreter. Derzeit wäre bei den Metallern zu Silvester theoretisch bis Mittag zu arbeiten. Praktisch würden die Betriebe über die Feiertage aber meist zusperren und die Arbeitnehmer müssten dafür Zeitausgleich oder Urlaub nehmen.

In zwei Metaller-Fachverbänden wurde im Vorjahr eine Freizeitoption eingeführt. Diese Möglichkeit, eine Gehaltserhöhung gegen zusätzliche Urlaubstage zu tauschen, soll laut Slacik heuer wieder Thema sein.
Veit Schmid-Schmidsfelden, Chefverhandler der Wirtschaftskammer und Geschäftsführer des Wolkersdorfer Automobilzulieferers Fertinger, kann mit den Ideen der Gewerkschaft wenig anfangen: „Unsere Erwartungshaltung ist, die Arbeitsplätze zu halten, nachdem wieder welche verloren gegangen sind – und die Lohnkosten zu stabilisieren.“

Zumal die Betriebe etwa 80 Prozent exportieren, müsse man die Inflation in Europa als Basis nehmen. Und die liege im Bereich von 0,2 bis 0,5 Prozent. Die Inflation in Österreich sei zum Gutteil hausgemacht und „kein Argument“. Eine klare Absage erteilt er auch Arbeitszeitverkürzungen wie freier Silvester, Freizeitoption oder einer generellen sechsten Urlaubswoche. Dass die Verhandlungen diesmal besonders intensiv werden, ist für ihn klar: „Leicht wird’s nicht.“