Erstellt am 10. April 2017, 16:19

von APA Red

Semperit: Ergebnis "deutlich" unter 2016. Nach dem überraschendem Chefwechsel beim börsennotierten österreichischen Gummi- und Kautschukhersteller Semperit folgt nun eine Gewinnwarnung. Es sei mit einer "erheblichen operativen Ergebnisbelastung im Vergleich zum Vorjahr" zu rechnen, teilte Semperit am Montag in einer Aussendung mit.

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Weiters schreibt das heimische Unternehmen: "Der operative Geschäftsverlauf (...) wird im ersten Quartal 2017 ergebnisseitig sehr schwach erwartet. Dieser wurde maßgeblich negativ durch die nachteilige Entwicklung der Rohstoffpreise und deren zeitverzögerte sowie nur teilweise Weitergabe an die Kunden beeinflusst."

Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) ohne Sondereffekte aus der Joint Venture Transaktion mit der Sri Trang Gruppe werde daher für das Geschäftsjahr 2017 deutlich unter dem bereinigten EBIT des Jahres 2016 von 41 Mio. Euro liegen.

Die Folge daraus: "Im Zuge der aktuellen Überarbeitung der Planung für das Jahr 2017 ist der Vorstand heute zur Schlussfolgerung gelangt, dass das nachhaltig erzielbare Ergebnis des Segmentes Sempermed im Vergleich zur bisherigen Einschätzung einer kritischen Prüfung unterzogen werden muss. Daraus kann sich ein wesentlicher Wertberichtigungsbedarf im Segment Sempermed ergeben."

Des Weiteren habe der Vorstand heute beschlossen, weitere Maßnahmen zur Rentabilitätssteigerung einzuleiten sowie die IT-Strategie zu überprüfen. Dies könne zu erheblichen Einmalbelastungen in den nächsten Quartalen führen.

Das alles habe wiederum Einfluss auf den Ausblick für heuer. "Durch die angeführten Entwicklungen sieht sich der Vorstand zu einer Veränderung der Einschätzung für das Jahr 2017 veranlasst. Aufgrund der eingeschränkten Visibilität wird der Ausblick für das Jahr 2017 aufgehoben. Eine Bandbreite kann aufgrund der oben angeführten Punkte nicht genannt werden."

Nach dem überraschenden Rücktritt von Semperit-Chef Thomas Fahnemann (56) Mitte März hatte der Gummi- und Kautschukhersteller den gebürtigen Deutschen Martin Füllenbach (49), zuletzt CEO der Oerlikon Leybold Vakuum, in den Chefsessel berufen. Füllenbach soll den Job per 1. Juni 2017 antreten.