Erstellt am 03. Mai 2016, 07:22

von Gina Christof

Hilfe bei Frostschäden für betroffene Bauern. VP-Bundesminister Andrä Rupprechter, Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes und Bauernbund-Präsident Jakob Auer wollen betroffenen Bauern rasche Hilfe zukommen lassen.

 |  NOEN, Symbolbild
Ob Steinobst, Mais, Kürbis oder Rübe - auf rund 30 bis 40 Prozent wird der Ertragsausfall in NÖ nach den Kälte- und Frosteinbrüchen vergangene Woche geschätzt.  Die massivsten Schäden traten dabei in der westlichen Wachau auf, wo rund 90 Prozent der Fläche durch Kaltluftströmungen erfroren sind.

„Viele Betriebe sind jetzt akut in ihrer Existenz gefährdet und bedroht – und das zu einer Zeit, wo viele ohnehin mit schweren wirtschaftlichen Bedingungen zu kämpfen haben“, meint VP-Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter im Rahmen einer Pressekonferenz. Auf über 200 Millionen Euro wird der Schaden derzeit in ganz Österreich geschätzt – Tendenz steigend.

Maßnahmenpaket geschürt

Es werde deshalb ein Maßnahmenpaket geben, um die Landwirte und Bauern kurz- und mittelfristig zu unterstützen. Bereitgestellt werden Mittel aus dem Katastrophenfonds. „Ich habe hier bereits die Zusicherung vom Finanzminister, weitere Gespräche laufen noch“, erklärt Rupprechter. Betriebe, die einer unverschuldeten wirtschaftlichen Notlage gegenüber stehen, können zudem ab sofort um Ratenstundung und Laufzeitverlängerung von Agrarinvestitionskrediten ansuchen.

Leichtere Investitionsförderungen

„Bei der Förderung für die Anlage von Erwerbsobstkulturen und den Schutz von Wein- und Obstkulturen war eine Programmänderung nötig, damit auch kleinere Betreibe davon profitieren können“, sagt Rupprechter. Die Mindestinvestitionsgrenze für Förderungen wurde von 10.000 auf 5.000 Euro herabgesenkt.

Wichtig sei zudem die Eigenvorsorge, betont Rupprechter. Erst vergangene Woche wurde im Ministerrat beschlossen, dass bis 2020 rund 76 Millionen Euro zusätzlich für die staatliche Bezuschussung der Versicherungsprämien von zukünftigen Schadensfällen zur Verfügung stehen werden. „Schäden, die durch Frost, Sturm, Starkregen oder Dürre entstehen werden damit bezuschussbar gemacht und die Versicherung ist damit hoffentlich noch attraktiver“, meint Rupprechter.

Weitere Forderungen

Auch Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes und Bauernbund-Präsident Jakob Auer fordern weitere Erleichterungen für die Bauern. Schultes verwies auf die Sonderbesteuerung von Agrardiesel, die in dieser Form „nicht mehr tragbar sei“. Zudem werde der Fond „Hilfe am Land“ eingerichtet, mit dem betroffenen Bauern akut geholfen werden kann. „Vom NÖ Bauernbund kommen dafür einige 100.000 Euro als Anfangsdotation“, meint Schultes.

Als kurzfristige Hilfe fordert Auer zudem, dass den betroffenen Bauern der Sozialversicherungsbeitrag im dritten Quartal erlassen werden soll. „ Das wäre eine Senkung in der Höhe von rund 160 Millionen Euro und würde der schwer geschüttelten Bauernschaft enorm helfen“, meint Auer.