Erstellt am 14. September 2015, 09:30

von Anton Johann Fuchs

Hoffnungsmarkt China. / Eine chinesische Delegation ließ sich in der Vorwoche genau erklären, wie die Kontrollkette in der Milchwirtschaft funktioniert. „Ich habe mir ein Bild von der hohen Sicherheit und den Kon trollen machen können“,

Milchbauer Johannes Steiner (l.) und Minister Andrä Rupprechter (r.) begrüßten den chinesischen Lebensmittelstaatssekretär Bi Jingquan (M.).  |  NOEN, Christopher Fuchs

"Ich habe mir ein Bild von der hohen Sicherheit und den Kontrollen machen können" sagte Bi Jingquan am Milchbauernhof Steiner in Neusiedl (Bezirk Baden): Der chinesische Staatssekretär für Ernährung und Gesundheit hatte sich genau zeigen lassen, wie die Milch vom Hof abgeholt wird, was da alles genau kontrolliert und regis triert wird.

Hoffnungsgebiet für österreichische Agrarexporte

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter begrüßte den Gast am Hof und betonte: „Unsere Milch und Milchprodukte haben durch die garantierte Gentechnik-Freiheit ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.“

Bi Jingquan meinte, die Zusammenarbeit zwischen China und Österreich würden sich vielversprechend entwickeln. Die Voraussetzungen wären ja gegeben, sagte Rupprechter: Das Veterinärprotokoll für Agrarexporte sei unterschrieben, bereits 24 Milchverarbeiter aus Österreich hätten ein Audit (Zertifizierung für zugelassene Lieferbetriebe). Auch wenn die China-Exporte momentan nur tröpfeln, gilt das Land als Hoffnungsgebiet für österreichische Agrarexporte.

Soforthilfe für Europas Milchbauern

Dass die Milchbauern nur 30 Cent für den Liter Milch bekommen, machte auch Jingquan betroffen: „Das ist wirklich sehr wenig.“ Das meint auch die EU-Kommission, die in der Vorwoche 500 Millionen Euro Soforthilfe beschloss: „Jetzt müssen wir rasch handeln und wirkungsvolle Maßnahmen umsetzen, um die Bäuerinnen und Bauern in dieser schwierigen Situation zu unterstützen“, sagt Rupprechter.

Dazu gehört auch, dass trotz Umstellungsschwierigkeiten des Systems mindestens 50 Prozent der Direktzahlungen und 75 Prozent der Ausgleichszahlungen noch heuer fließen sollen.