Erstellt am 22. Dezember 2015, 13:18

von Teresa Sturm

Hohes Pro-Kopf-Einkommen in NÖ. Nur Vorarlberg hat höheren Wert als Niederösterreich. Starkes West-Ost-Gefälle.

Ein starkes West-Ost-Gefälle sowie die deutlichen Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt es laut der "Regionalen Gesamtrechnung" des Berichtsjahres 2014 der Statistik Austria. Ein Beispiel: Die Region mit der höchsten Wertschöpfung ist Linz-Wels, die mit der niedrigsten das Weinviertel.

Außerdem wurde in Vorarlberg 2014 erstmals das höchste verfügbare Pro-Kopf-Einkommen in Österreich verzeichnet. Niederösterreich liegt mit 23.200 Euro pro Jahr an zweiter Stelle. Wien fällt auf den vorletzten Platz zurück.

Niederösterreich profitiere hier von der Wohnsituation, denn viele Menschen arbeiten in Wien, leben aber außerhalb, erklärt Konrad Pesendorfer, Generaldirektor der Statistik Austria. Denn nur die Wirtschaftsleistung wird dem Arbeitsort angerechnet, das Einkommen jedoch dem Wohnort.

Das Bruttoregionalprodukt (nominell, ohne Abzug der Inflation) ist in allen Bundesländern angestiegen – in NÖ zwar um 1,2 Prozent, jedoch unter dem Österreichdurchschnitt von zwei Prozent. Das liegt unter anderem am schwach entwickelten Industriesektor. NÖ verzeichnete einen Rückgang in der Land- und Forstwirtschaft – vor allem in der Wein- und Marillenernte – auch der starke Rückgang der Erdöl- und Gasförderung spielt eine Rolle.

Sektoren Forstwirtschaft und Handel stark in NÖ

Die Forst- und Landwirtschaft ist in NÖ aber nach wie vor überdurchschnittlich hoch. Für die NÖ Wirtschaft sei auch der Handel besonders wichtig, weiß Kerstin Gruber von der Direktion Volkswirtschaft der Statistik Austria. Der Bruttowertschöpfungsanteil liegt im Sektor Handel bei 13,7 Prozent. Der von der Branche „Verkehr und Lagerei“ beträgt 7,2 Prozent. Bei Letzterem ist der Anteil im Vergleich zu den anderen Bundesländern hoch – was am Flughafen Schwechat liegt.

Auch was die Zahlen der Erwerbstätigen im Bericht betrifft, führt Vorarlberg die Tabelle an. Dort gab es am meisten Zuwächse. An vierter Stelle steht Niederösterreich mit einer Zuwachsrate von 1,1 Prozent.