Erstellt am 19. Juli 2016, 07:34

von Anita Kiefer

Preise steigen moderat. In der Höhe der Inflation sind in NÖ auch die Kosten für Immobilien höher geworden.

In Niederösterreich steigen die Immobilienpreise durchschnittlich in der Höhe der Inflation.  |  NOEN, Shutterstock.com / Alexander Raths

Bis auf wenige Ausnahmen steigen die Immobilienpreise in Niederösterreich weiter. Das stellte der Obmann der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer (WK) NÖ, Johannes Wild, im Rahmen der Präsentation des Immobilienpreisspiegels der Wirtschaftskammer Österreich fest. Doch: Die Steigerungen lägen durchschnittlich immer um die Inflation. Daher könne „eher von einer Seitwärtsbewegung der Werte gesprochen werden“, betonte Wild.

In den einzelnen Bezirken jedenfalls, da kommt es immer mehr zu einer Zentrierung um die Bezirkshauptstädte bzw. um größere Städte. Rund um große Städte wie Krems, St. Pölten oder Wien gebe es etwa Preissteigerungen, so Wild.

Landeswohnbauförderungen drücken Preise

Interessanter Aspekt: In diesen Gebieten könne aufgrund der Nachfrage frei finanzierter Mehrfamilienwohnbau (ohne öffentliche Förderung) wirtschaftlich betrieben werden. „Anders gesehen kann gesagt werden, dass die Preise aufgrund der hohen Landeswohnbauförderungen stark gedrückt werden“, so Johannes Wild.

Einige Preisbeispiele: Ein Baugrundstück für freistehende Einfamilienhäuser kostet im Jahresdurchschnitt in Niederösterreich 129,9 Euro pro Quadratmeter. Das ist ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zu 2015. In der Landeshauptstadt St. Pölten liegt dieser Wert bei 108,0 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von 4,8 Prozent. Preis-Spitzenreiter für den Quadratmeter unter den Hauptstädten ist übrigens Salzburg – mit 955,7 Euro pro Quadratmeter.

Wien bleibt "teures Pflaster"

Grundstücke für Betriebsansiedlungen kommen in Niederösterreich auf 56,9 Euro pro Quadratmeter. Die Steigerung gegenüber 2015 liegt bei 1,6 Prozent. Zum Vergleich: In Wien müssen Firmen bei Betriebsansiedlungen 278,5 Euro pro Quadratmeter bezahlen.

Für Eigentumswohnungen im Erstbezug sind in Niederösterreich durchschnittlicht rund 1.825 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen. Dieser Wert ist im Vergleich zu 2015 immerhin um sechs Prozent gesunken. Spitzenreiter ist hier erwartungsgemäß Wien – mit 3.999 Euro am Quadratmeter.

Was das Mieten angeht, so sind in Niederösterreich die Preise für Wohnungen ohne Mietzinsobergrenze 2016 um 1,9 Prozent auf 6,2 Euro pro Quadratmeter im Jahresdurchschnitt gestiegen. Gemietete Büroflächen kosten 6,6 Euro pro Quadratmeter – ein sattes Minus von 6,1 Prozent.

Methodik

Der Immobilienpreisspiegel der WK Österreich bewertet in den Kategorien Einfamilienhaus, Reihenaus, Eigentumswohnung-Erstbezug und gebrauchte Eigentumswohnung die Daten nach Wohnwerten und Lagekriterien. Er berechnet den statistisch errechneten Durchschnittspreis der 2015 erzielten Immobilienpreise anhand von Mitgliederbefragung.