Mödling

Erstellt am 18. Mai 2017, 09:07

von NÖN Redaktion

TouchLay Nova: "Immer was Neues". Georg Schelkshorn hilft Firmen dabei, ihre Kommunikation mit Kunden zu verbessern.

Vor allem bei Messen kam das TouchLay Nova in letzter Zeit viel in Einsatz. Es dient dort häufig als digitalisierter Wegweiser.  |  TouchLay GmbH

„Im Prinzip ist es ein großes iPad, das man drehen und verändern kann. Es kommt in verschiedenen Gebieten zum Einsatz, um diverse Produkte zu präsentieren“, erklärt Georg Schelkshorn sein Produkt.

Mit nur 18 Jahren hat er mit einem Freund eine Firma gegründet, um das TouchLay Nova produzieren zu können. Daniel Bugl und Schelkshorn waren damals noch in der Schule. „Die Idee hatten wir schon relativ lange“, erzählt Schelkshorn.

Ein Mitgesellschafter von TouchLay GmbH ist Architekt und hat für sein Multimediacenter ein Produkt gebraucht, mit dem man präsentieren kann. „Das war das erste Projekt, das ich gemeinsam mit Daniel gemacht habe, und daraus hat sich alles Weitere ergeben“, sagt der Mödlinger Schelkshorn.

Daniel Bugl und Georg Schelkshorn aus Mödling haben eine Software programmiert, die Firmen vollkommen neue Präsentationsmöglichkeiten bietet. Das TouchLay Nova funktioniert wie ein großes Touchpad und kann beliebig gedreht und gewendet werden.  |  TouchLay GmbH

Zuerst hätten die beiden damaligen Schüler Zeit zur Verfügung gestellt und an den Wochenenden gearbeitet. „Uns hat es Spaß gemacht, und er (Anmerkung der Redaktion: der Mitgesellschafter) hat uns geholfen, die GmbH zu finanzieren.“ Die TouchLay GmbH gibt es nun seit 2015.

Dass die beiden selbstständig arbeiten können, genießen sie: „Daniel und ich hatten keine Lust darauf, für andere etwas zu machen. Wir wollten quasi ein bisschen tun können, was wir wollen“, sagt Schelkshorn fast entschuldigend über das Arbeitsleben ohne Chef.

Unternehmer studieren inzwischen in Wien

Georg Schelkshorn hat die HTL abgeschlossen und studiert mittlerweile Medieninformatik. Daniel Bugl hat die Matura an einer AHS absolviert und studiert in Wien Wirtschaftsinformatik. Für die Firma arbeiten beide hauptsächlich von zu Hause aus.

Vor allem in letzter Zeit sind sie mit ihrem Produkt viel auf Events und Messen. Bei der Ferienmesse und der Immobilienmesse gab es schon Pilotprojekte. „Das hat sehr gut funktioniert, da hat es gute Rückmeldungen gegeben“, sagt Schelkshorn. „Die traditionellen Hallenpläne werden digitalisiert am Bildschirm des TouchLay Nova angezeigt.“
Schelkshorn bleibt, wenn er über das Produkt redet, bescheiden: „Ohne die Software ist es eher unspektakulär. Wir befassen uns generell mit dem Thema, wie Firmen besser mit Kunden kommunizieren können“, sagt Schelkshorn. Messen hätten oft das Problem, die Kunden zu den Ständen zu bringen. Hier schafft die TouchLay GmbH Abhilfe.

TouchLay GmbH

Neue Produkte sind derzeit nicht in Planung, aber was die Hardware betrifft, überlegt man den Bau einer kleineren Variante des TouchLay Nova beziehungsweise weiterer Module, die man integrieren kann. „Und auf der Software-Seite entwickeln wir weiterhin branchenspezifische Lösungen. Alle Lösungen basieren auf einem Tool, das die Möglichkeit hat, verschiedene Interfaces zu generieren“, erklärt der Mödlinger. Das sogenannte Interface ist der Teil des Systems, das der Kommunikation dient.

Zu den Kunden gehört die Erste Bank, die zum Beispiel die Mobile App verwendet, um auf Messen präsentieren zu können. Normalerweise wird das TouchLay Nova vermietet, weil es nur für wenige Tage gebraucht wird. Das  Gerät  kann  aber  auch gekauft werden. 11.560 Euro exklusive Steuer kostet es dann. Auf die Frage, was er über die Branche und Unternehmensführung seit der Gründung der GmbH gelernt hat, muss Schelkshorn lachen: „Es kommt irgendwie jede Woche was Neues dazu. Wir machen das jetzt schon zwei Jahre, aber das ist ja nicht lange. Jede Branche ist irgendwie komplett anders, und somit ist jede Woche etwas Neues dabei.“

Spannende neue Felder durch vielfältige Kunden

Dadurch, dass die Kundinnen und Kunden aus den verschiedensten Branchen kommen, käme auch vieles auf die beiden Jungunternehmer zu, worin sie keine Ausbildung hätten, sagt der Mödlinger. „Aber dieses Learning by doing ist spannend“, so Schelkshorn.

Irgendwann in ferner Zukunft vielleicht doch einen Chef zu haben, schließt Schelkshorn nicht komplett aus: „Wenn jetzt jemand wirklich eine gute Idee hat und mich in sein Team holen will, hängt es von der Idee ab.“ Bis dahin wird von Georg Schelkshorn und Daniel Bugl viel und fleißig ausprobiert und nachgedacht: „Wir sagen oft gleich ja, das machen wir, das können wir, und dann sitzen wir aber erst einmal ein paar Nächte an einer Lösung“, sagt er amüsiert. „Aber im Endeeffekt hat es dann immer geklappt!“