Erstellt am 01. Dezember 2015, 05:38

von Anita Kiefer

IV: Salzer folgt Marihart. Einstimmig wurde der St. Pöltner Industrielle Thomas Salzer zum neuen Präsidenten der Industriellenvereinigung NÖ gewählt.

 |  NOEN, IV NÖ/Andi Bruckner

Die Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV-NÖ) hat einen neuen Präsidenten. Es ist der 47-jährige Unternehmer Thomas Salzer, geschäftsführender Gesellschafter der Salzer Gruppe mit Sitz in St. Pölten. Bei der Vorstandssitzung wurde Salzer einstimmig an die Spitze der IV-NÖ gewählt. Er löst den Vorstandsvorsitzenden des Zuckerherstellers Agrana, Johann Marihart, nach dessen achtjähriger Amtszeit ab – länger als diese zwei Perioden darf ein Präsident den 400 IV-Mitgliedsbetrieben nicht vorstehen.

Bei seiner Verabschiedung im Rahmen der an die Wahl anschließenden Vollversammlung bezeichnete Marihart die deutliche Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern als seinen größten Erfolg als IV-NÖ-Präsident. Außerdem seien etwa auch das IV-Bildungspapier und ein Kooperationsabkommen mit dem Land NÖ in seine Amtszeit gefallen, die auch durch die Wirtschaftskrise geprägt gewesen sei. „Der Wind ist rau und wird vielleicht noch rauer“, so Marihart weiter.

Investitionen um Arbeitsplätze zu sichern

„Gerade als Unternehmer ist es wichtig, dass wir die Rahmenbedingungen im Land mitgestalten“, betonte sein Nachfolger Salzer in dessen Antrittsrede. Österreich hinke den übrigen EU-Mitgliedsstaaten und vor allem Deutschland im Vergleich sehr deutlich hinterher. Daher brauche es Investitionen, um in Niederösterreich Arbeitsplätze und Betriebe abzusichern.

Für die Bundesregierung fand Salzer deutliche Worte: Die Steuerreform bezeichnete er als „Mini-Reförmchen“. Er forderte mehr Flexibilität etwa bei Arbeitszeiten und die Bereitschaft, Strukturen zu verändern. „Wenn hier nichts geschieht, dann verlieren wir an Boden.“ Salzer, der auch Obmann der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer NÖ ist, betonte aber die gute Zusammenarbeit mit dem Land NÖ. Dieses wünschte ihm durch Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (VP), dass Salzer bei seiner Amtsübergabe dann „das eine oder andere Häkchen“ unter seine Vorhaben machen könne.

Karas gibt zu bedenken

Der als Redner geladene ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas, gab den Anwesenden zu bedenken, dass „90 Prozent aller Investitionen der Welt außerhalb der Europäischen Union getätigt“ werden.

Neu im Präsidium der IV-NÖ sind übrigens Helmut Schwarzl (Geberit) und Andreas Ludwig (Umdasch). Im IV-Präsidium verbleiben Peter Pichler (Berndorf) als Vizepräsident, Matthias Unger (Vorsitzender Junge Industrie NÖ/Burgenland) und als kooptierte Mitglieder Veit Schmid-Schmidsfelden (Rupert Fertinger) sowie Dieter Lutz (Benda-Lutz Werke). Josef Kolarz-Lakenbacher (Siemens) ist aufgrund seiner Pensionierung ausgeschieden.