Erstellt am 15. Dezember 2015, 06:23

von Teresa Sturm

EVN: Besser als Prognose. Der niederösterreichische Energieversorger EVN erzielte einen Nettogewinn von 148 Millionen Euro. Kunden zahlen seit Oktober um fünf Prozent weniger für Gas und Strom.

EVN-Vorstandssprecher Peter Layr (l.) und Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz präsentierten die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2014/15. Der Umsatz sowie der Gewinn konnten gesteigert werden.  |  NOEN, APA
Entgegen der Prognosen konnte die EVN im Geschäftsjahr 2014/2015 einen deutlichen Nettogewinn von 148 Millionen Euro erzielen, obwohl man im Vorjahr noch mit fast 300 Millionen Euro im Minus lag. Der Umsatz wuchs um 8,2 Prozent auf 2,136 Milliarden Euro an. Verantwortlich dafür seien laut EVN der Wegfall negativer Einmaleffekte, der Anstieg der Stromerzeugung und die Stabilisierung des Stromnetzes.

In Mazedonien, Bulgarien und Kroatien konnten die Stromdiebstähle, die in diesen Ländern immer ein Problem darstellten, deutlich verringert werden. Witterungsbedingt gab es hier einen höheren Absatz.
Erleichterungen gibt es seit 1. Oktober für die Kunden des Energieversorgers. Denn die Strom- und Erdgaspreise wurden um jeweils durchschnittlich fünf Prozent gesenkt.

Investiert wird in Niederösterreich weiterhin

Bei „durchschnittlichen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ erwarte man bei der EVN für das kommende Geschäftsjahr ein „stabiles Konzernergebnis“ sagte EVN-Vorstandssprecher Peter Layr.
Investiert wird in Niederösterreich weiterhin. Eine Milliarde Euro soll in vier Jahren aufgewendet werden. Davon gehen 690 Millionen in Strom- und Gasnetze, dienen also der Versorgungssicherheit. Viele neue Leitungen sollen gelegt werden und neue Umspannwerke gebaut werden, um die Netze in den Ortschaften zu stützen.

260 Millionen Euro werden außerdem für Erneuerbare Energien verwendet, vor allem für Biomasse, Wind und Wasser. 50 Millionen werden in den Ausbau von Wassernetzen und Naturfilteranlagen investiert. Das bedeutet eine Qualitätsverbesserung, aber auch die Erschließung neuer Quellen. Dadurch würden laut EVN auch Arbeitsplätze gesichert werden.

Ab 2017 soll es die neuen, sogenannten „Smart Meter“ geben. Laut EU-Richtlinie müssen diese Stromzähler, die anzeigen, wie viel Strom ein Haushalt beziehungsweise ein Haushaltsgerät braucht, eingeführt werden. Diese sind bei Datenschützern jedoch umstritten. Laut Layr seien die Sicherheitsstandards aber hoch. Tests ergaben, dass die Stromzähler bis zu drei Prozent Strom einsparen können.