Erstellt am 25. April 2017, 01:35

von Anita Kiefer

Kampf für Digitalisierung. Über das Förderprogramm „KMU digital“ werden zehn Millionen Euro in den Ausbau der Digitalisierung für kleine und mittlere Unternehmen investiert.

Wirtschaftskammer NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl will gemeinsam mit VP-Staatssekretär Harald Mahrer Unternehmen dabei unterstützen, Digitalisierung für ihre Betriebe als Chance zu nützen.  |  Franz Gleiß

Die Digitalisierung verändert auch und gerade die Arbeitswelt in Österreich. Um kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dabei zu helfen, sich der Chancen bewusst zu werden, die Digitalisierung für das jeweilige Unternehmen bietet, und diese auch zu nutzen, gibt es das neue Förderprogramm „KMU digital“. Zehn Millionen Euro stehen im Rahmen des Programms für Fördermaßnahmen in den kommenden zwei Jahren zur Verfügung. Ins Leben gerufen wurde „KMU digital“ von Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer Österreich.

„Digitalisierung ist die größte Innovation seit Erfindung des Buchdrucks. Was sich da tut, ist atemberaubend“, sagt der für Wirtschaft zuständige VP-Staatssekretär Harald Mahrer dazu. Für große Unternehmen ist Digitalisierung längst selbstverständlich. Doch auch kleinere und mittlere Unternehmen werden über kurz oder lang von Digitalisierung betroffen sein – beispielsweise über digitale Bestellvorgänge als Zulieferer.

„KMU tun sich aber schwerer als die großen“, weiß Sonja Zwazl, Präsidentin der Wirtschaftskammer (WK) NÖ. Sie seien oft mit Digitalisierung überfordert und könnten das Potenzial dieser Entwicklung für ihr eigenes Unternehmen nicht richtig einschätzen. Deshalb bräuchten diese Unternehmen besondere Hilfestellungen. Das Förderprogramm „KMU digital“ soll daher in drei Schritten helfen.

Förderprogramm soll in drei Schritten helfen

Der erste Schritt ist Bewusstseinsbildung bei Unternehmen über Berater zum Thema Digitalisierung. Außerdem soll Unterstützung bei der Anpassung der Geschäftsmodelle geleistet werden und Weiterqualifikation gefördert werden. Start des Förderprogramms ist 2018, aktuell werden Berater bundesweit geschult, die später in den Betrieben unterwegs sein werden. Online wird es auch einen Potenzialcheck für Unternehmen geben.

Doch mit Förderung allein wird es nicht getan sein, so Mahrer und Zwazl. Mahrer etwa ist sicher, dass der Breitbandausbau noch weiter vorangetrieben werden muss, um die notwendigen Rahmenbedingungen für Digitalisierung zu schaffen. Zwazl fordert angepasste Regelungen bei der Kreditvergabe, damit Unternehmen in Digitalisierung überhaupt investieren können.