Erstellt am 09. August 2016, 08:23

von Anita Kiefer

Forderung nach mehr Urlaub. Arbeiterkammer NÖ erneuerte ihre Forderung nach einer sechsten Urlaubswoche für alle Dienstnehmer ab 25 Dienstjahren.

AKNÖ-Halbjahresbilanz: Thomas Kaindl (Bezirksstellenleiter Wr. Neustadt; v. l.), Präsident Markus Wieser und Doris Rauscher-Kalod (Leitung Abteilung Arbeits- und Sozialrecht).  |  NOEN, AKNÖ/Scheichel

Anspruch auf sechs Wochen Urlaub ab 25 Dienstjahren, unabhängig von der Anzahl der Betriebe, in denen man gearbeitet hat. Dafür sprach sich der Präsident der Arbeiterkammer (AK) NÖ, Markus Wieser, bei der AKNÖ-Halbjahresbilanz, erneut aus. „Wenn jemand 25 Jahre gearbeitet hat, egal ob in einem Unternehmen oder in mehreren, dann hat er seine Leistung gebracht.“ Diese Forderung ist nicht neu – Wieser hatte sich schon in seiner Antrittsrede 2013 dafür ausgesprochen. 2015 war die sechste Urlaubswoche viel diskutiertes Thema auf bundespolitischer Ebene.

Wirtschaftskammer: „Wer soll das finanzieren?“

Ein klares Nein zu dieser Forderung kommt aus der Wirtschaftskammer (WK) NÖ. „Wer soll das finanzieren?“, heißt es. Man wünsche sich mehr Realitätssinn in der Politik. Auch die Industriellenvereinigung (IV) NÖ will davon nichts wissen: „Diese Forderung würde die Beschäftigung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verteuern – das ist angesichts der aktuellen Lage am Arbeitsmarkt keine wünschenswerte Entwicklung“, so IVNÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither.

1. Halbjahr 2016

  • Die AKNÖ hat im ersten Halbjahr 2016 84.000 Arbeitnehmer in NÖ beraten.
  • Die Themen betrafen Rückforderungen nach Unternehmensinsolvenzen, die korrekte Ausbezahlung von Abfertigungen, Nachzahlungen durch falsche kollektivvertragliche Einstufung und Fragen zum Thema Urlaub.
  • Einen konkreten Fall präsentierte Thomas Kaindl, AK-Bezirksstellenleiter Wiener Neustadt: „Eine Mitarbeiterin eines Fußpflege- und Kosmetiksalons konnte zwei Jahre lang nicht auf Urlaub gehen. Der Chef wollte von ihr, dass sie den Urlaubstag entweder einarbeitet, oder dass sie 50 Euro pro verbrauchtem Urlaubstag zahlt.“
  • Rund 20 Millionen Euro habe man laut Präsident Wieser für die Arbeitnehmer erkämpft.