Erstellt am 27. Januar 2016, 15:26

von Marlene Penz

Land NÖ fördert das Potenzial von 50 Frauen. Mit der Potenzialanalyse des Landes NÖ in Kooperation mit dem AMS NÖ sollen die Fähigkeiten von Frauen erkannt und gefördert werden.

VP-Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (v.l.), VP-Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav und AMS NÖ-Geschäftsführer Karl Fakler präsentierten das Pilotprojekt Potenzialanalyse für Frauen.  |  NOEN, NLK Filzwieser
Das Pilotprojekt wird in den Bezirken Zwettl und Amstetten umgesetzt. Es richtet sich an erwerbstätige Frauen, die sich eine berufliche Veränderung vorstellen können und Schritte in Richtung Weiterbildung setzen möchten.

Bei der Potenzialanalyse für Frauen soll die Eignung für bestimmte Berufe ermittelt und mit den Weiterbildungsmöglichkeiten sowie der Nachfrage am Arbeitsmarkt abgestimmt werden. Das Pilotprojekt wird im Zeitraum von 1. März bis 30. April 2016 durchgeführt.

Parallel dazu erfolgt eine Evaluation, wo sich auch zeigen wird, in welchem Bereich Bedarf an Arbeitskräften besteht. Das Ziel ist, die Qualifizierung von Frauen zu erhöhen und gleichzeitig ihre Potenziale zu fördern.

„Mit dem Projekt versuchen wir Steckdose und Stecker zusammenzubringen – die qualifizierten weiblichen Arbeitskräfte und die zu besetzenden Arbeitsplätze“, so VP-Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka.

Zur beruflichen Veränderung in fünf Schritten

Mit den 50 zur Verfügung gestellten Plätzen soll Frauen in fünf Schritten dabei geholfen werden, ihre berufliche Situation zu verbessern: Zuerst melden sich die Frauen an, danach wird eine Erstberatung bei einer NÖ Bildungsberatungsstelle durchgeführt. Anschließend wird die Analyse gemacht.

Das AMS NÖ klärt, wo die Fähigkeiten der Frauen liegen und ob diese auch am Arbeitsmarkt gefragt sind. Im vierten Schritt erfolgt eine Erstellung eines Weiterbildungsplans durch die NÖ Bildungsberatung. Der letzte Schritt ist die Teilnahme der Frauen an den entsprechenden Kursen und Weiterbildungen.

Klischees der Arbeitswelt aufbrechen

Obwohl Niederösterreich bei der Gleichstellung von Männern und Frauen im Arbeitssektor im Bundesländervergleich gut positioniert ist - NÖ hat das zweithöchste Frauenmedianeinkommen und die zweithöchste Frauenerwerbsquote - müssen weitere Schritte gesetzt werden. Hier ist man „noch lange nicht am Ziel“, so Sobotka. Das Pilotprojekt der Potenzialanalyse soll dabei einen weiteren Beitrag leisten.

„Viele Mädchen und Frauen haben berufliche Potentiale, die sie nicht ausnutzen. Mit der Analyse wollen wir ihnen ihre Stärken bewusst machen und ihnen ihre beruflichen Möglichkeiten aufzeigen“, erklärt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav (VP) die Beweggründe für das Projekt.

Wichtig ist für sie insbesondere, Frauen dazu zu animieren, den Weg in Richtung technische Berufe einzuschlagen. Karl Fakler, Geschäftsführer des AMS NÖ, erhofft sich durch die Potenzialanalyse vor allem die Steigerung der Arbeitszufriedenheit.