Erstellt am 17. November 2015, 06:58

von Heinz Bidner

Landesbahn schafft Plus. Nach einem Millionenverlust ist die NÖVOG im Vorjahr wieder in die Gewinnzone gefahren. Das Ergebnis soll auch heuer positiv sein - dank Zuschüssen des Landes.

Gerhard Stindl  |  NOEN, NLK/Burchhart

Die landeseigene Bahngesellschaft NÖVOG hat im Vorjahr ein leicht positives Ergebnis geschafft. Das geht aus Einträgen im Firmenbuch hervor. So belief sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) auf 31.931 Euro. Nach einem Verlust von 1,02 Millionen Euro im Jahr davor.

„Wir konnten den Umsatz steigern und die Kosten sind gesunken, weil die Wirtschaftlichkeit durch die getätigten Investitionen gestiegen ist“, erklärt NÖVOG-Chef Gerhard Stindl gegenüber der NÖN. Und: „Wir werden auch 2015 wieder ein Plus machen.“ Um eine Dimension zu nennen, sei es aber noch zu früh.

Zugute kommt der Bahngesellschaft jedenfalls, dass das Land NÖ als Eigentümer jedes Jahr millionenschwere Zuschüsse tätigt. Aktuell unter anderem für die Umsetzung der Eisenbahnkreuzungsverordnung, welche die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen soll.

Allein die Mariazellerbahn hat über 100 öffentliche Kreuzungen. Welche davon mittels Lichtzeichen- oder Schrankenanlagen gesichert werden müssen, ist noch nicht restlos abgeklärt, so Stindl.

Bis Jahresende sollen dort jedenfalls 26 Anlagen technisch aufgepeppt sein. Weitere 20 sollen 2016 – allerdings inklusive anderer NÖVOG-Bahnen – dazukommen. Kostenpunkt: durchschnittlich 200.000 Euro pro Anlage. Das gesamte Investitionsprogramm beziffert die NÖVOG für heuer mit 25,7 Millionen Euro.

Passagierrekord für heuer erwartet

Mit dem zu Ende gehenden Kalenderjahr ist auch Verkehrslandesrat Karl Wilfing (VP) als Eigentümervertreter hoch zufrieden. Denn heuer verbuchte die Landesbahngesellschaft einen Rekord. Insgesamt 1,2 Millionen Fahrgäste werden bis Jahresende die acht Bahnen nach eigener Hochrechnung benutzt haben. Das wäre ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Schwergewicht ist die Mariazellerbahn. Sie dürfte bis Jahresende rund 610.000 Personen befördern. Das wäre gar ein Plus von 22 Prozent. Grund ist die kürzlich zu Ende gegangene Landesausstellung Ötscher:Reich, in welche die Bahnlinie integriert worden war.

Auch die übrigen Bahnen sollen heuer durchwegs wachsende Passagierzahlen verbuchen. Ausnahme ist die Waldviertelbahn. Sie könnte heuer einen Rückgang von bis zu vier Prozent verzeichnen. Karl Wilfing kündigt daher weitere Themenfahrten für 2016 an.

Die tendenziell positive Fahrgastentwicklung führt Gerhard Stindl nicht zuletzt auch auf die rund 240 Mitarbeiter der Gruppe zurück: „Personal ist unser Schlüssel zum Erfolg. Wir haben bewusst in fast allen Zügen Schaffner eingesetzt.“ Im Gegensatz zu vielen anderen Bahnbetreibern in Österreich. Die Fahrgäste würden sich Ansprechpartner in den Zügen wünschen, meint Stindl.