Erstellt am 28. September 2017, 16:09

von NÖN Redaktion

Jetzt kommt Smart Farming!. Precision Farming wird in der Landwirtschaft bereits praktiziert, zum Beispiel in Form einer Lenkunterstützung von Traktoren im Ackerbau ( GPS-gesteuerte Spurführungssysteme).

Von der Bekämpfung diverser Schädlinge, wie zum Beispiel des Maiszünslers, über die Ermittlung des Stickstoffbe-darfes von Kulturpflanzen bis hin zur Rettung von Rehkitzen reichen die Verwendungen von Drohnen in der Landwirtschaft. Die Drohne hat gegenüber der Zugmaschine einen großen Vorteil: Sie kann bestimmte landwirtschaftliche Arbeiten bodenschonend erledigen.  |  RWA

Sensoren können auch den Zustand von Pflanzen sowie Böden erkennen. Auch in der Fütterung oder beim Melken werden Roboter eingesetzt.

Die nächste Stufe heißt Smart Farming – auch Landwirtschaft 4.0 genannt. Durch die Vernetzung der Daten werden nicht mehr nur die Maschinen, sondern der gesamte Hof einbezogen. Der Zugriff auf die Daten kann mobil (vom Smartphone oder Tablet aus) in Echtzeit erfolgen. Die Experten sind sich einig, dass es viele Möglichkeiten für modernste, vernetzte Landtechnik auf allen Ebenen gibt – und dass auch in manchen Segmenten der Landwirtschaft die Entwicklung erst am Anfang ist.

„Der Landwirt wird immer mehr zum Manager, ohne Hightech geht heutzutage nichts mehr“ – Stefan Polly ist zuständiger Referent für Technik und Energie bei der NÖ Landwirtschaftskammer.  |  zVg

Beim Einsatz modernster Technik beim Traktor (etwa den Einsatz von Lenkautomaten mit RTK-Signal, Real Time Kinematic) hat man mittlerweile eine hohe Präzision erreicht, was sich in einer geringeren Überlappung zwischen den Überfahrten äußert. Das heißt: Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch und bei der Arbeitszeit. Das heißt auch: effizienteres Wenden durch Überspringen von Spuren (Beetmodus) und eine hohe Entlastung des Fahrers. Auch die Ressourcenschonung und der Umweltschutz werden mit solchen Systemen gefördert, da der Betriebsmittelaufwand, wie Pflanzenschutz- oder Düngemittel, reduziert wird.

Smart Farming verbindet die heutigen technischen Möglichkeiten mit den Bedürfnissen der Landwirtschaft und der Natur. Das Ziel ist, durch ein intelligentes Wissens- und Datenmanagement ressourcenschonend und effizient zu arbeiten. Mithilfe digitaler Lösungen und technischer Innovationen wird der landwirtschaftliche Fortschritt weiter vorangetrieben – und gleichzeitig die Umwelt geschont. Als Basis für smartes Management dienen Daten, deren Zusammenführung, Auswertung und Ableitung der Schlüssel zum Erfolg sind. Denn nur durch eine angepasste und individualisierte Arbeit lassen sich Ressourcen einsparen und das Betriebsergebnis optimieren.

„Durch Smart Farming wird auch die Transparenz in der landwirtschaftlichen Produktion steigen – dies kann sowohl positive als auch negative Folgen haben“, betont Heinrich Prankl, der Leiter der BLT Wieselburg. Und, da sind sich alle Experten einig: Die Akzeptanz für den Einsatz modernster Landtechnik ist wichtig, weil vielfach immer noch ein romantisches Bild von der heimischen Landwirtschaft gezeichnet wird …

 

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