Erstellt am 28. Juni 2016, 08:13

von Julia Fenyvesi

Mehr Insolvenzen durch unfairen Wettbewerb. Ausländische Firmen arbeiten laut WK illegal in Österreich und gefährden heimische Betriebe.

Die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer, Renate Scheichelbauer-Schuster (l.), und WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl.   |  WKÖ/Blauensteiner

Besonders in NÖ, der Steiermark und dem Burgenland seien Betriebe aus Gewerbe und Handwerk von unfairem Wettbewerb betroffen. Das stellte die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer (WK) Österreich, Renate Scheichelbauer-Schuster, im Rahmen eines Treffens zum Thema fest.

Getroffen haben sich die Landeswirtschaftskammern der betroffenen Bundesländer und der Leiter der Finanzpolizei, Wilfried Lehner.

Entsendungen sind deutlich angestiegen

Laut Zahlen der Finanzpolizei hat sich seit Öffnung des Arbeitsmarktes 2011 die Zahl der Entsendemeldungen aus dem Ausland erhöht. Während 2011 noch 2.540 Dienstnehmer aus dem Ausland zu Arbeitsleistungen nach Österreich entsandt wurden, waren es vergangenes Jahr bereits 35.900. Von einer erheblichen Dunkelziffer wird ausgegangen.

Nach einer Studie der TU Graz liegen die Preise ausländischer Betriebe bis zu 50 Prozent unter jenen heimischer Unternehmen. Laut Lehner von der Finanzpolizei zeige sich, dass ausländische Arbeitnehmer unter dem Kollektivvertrag bezahlt werden oder die doppelte Arbeit leisten müssen. Sonja Zwazl, Präsidentin der WKNÖ, betonte: „Geiz ist nicht geil und auch nicht sexy. Professionelle Arbeit muss entsprechend entlohnt werden. Das gilt genauso für private Auftraggeber.“

In Niederösterreich sei der Hochbau am stärksten betroffen. Die Präsidenten der Wirtschaftskammern forderten eine bessere Vernetzung der Kontrollkompetenzen der Finanzpolizei, konzentrierte Kontrollen durch eine Hauptbezirkshauptmannschaft pro Bundesland sowie ein Abkommen auf EU-Ebene mit allen Staaten, um Strafen auch vollziehen zu können.