Erstellt am 22. Dezember 2015, 03:18

von Anita Kiefer

McDonalds: "Wir fühlen uns in NÖ wohl". McDonalds Österreich-Chef Andreas Schmidlechner über das neue Konzept "make your burger", Lieferanten, Mitbewerber und die Österreich-Zentrale in Brunn am Gebirge.

Andreas Schmidlechner im McDonalds Konzept-Store Schwechat, in dem neue Produkt- und Konzeptideen getestet werden.  |  NOEN, Erich Marschik

NÖN: Sie testen aktuell in zwei Filialen – eine davon ist Schwechat – das neue „make-your-burger“-Konzept, bei dem die Kunden aus einer Zutatenliste ihren Burger selbst kreieren können. Ist das die Antwort auf Mitbewerber Subway?
Schmidlechner: Nein. Wir haben die Entscheidung getroffen, dass wir uns weiterentwickeln, unabhängig von Mitbewerbern. Jedes Produkt wird dabei eigens hergestellt. Wir gehen auf Massen-Handarbeit.

Bedeutet dieses Konzept mehr Wartezeit für die Kunden?
Nein, das geht sich aus, wenn man sich im Vorfeld gut überlegt, was man in der Küche treibt. Natürlich muss man die Prozesse gut durchdenken. Es ist ein Charakteristikum von McDonalds, dass man schnell einen Burger bekommt, dafür muss man in der Küche entsprechend Hirnschmalz reinstecken.

In Österreich werden alle Filialen auf das neue Service- und Küchenkonzept umgestellt, bei dem es getrennte Bezahl- und Abholstellen sowie die vermehrte Bestellmöglichkeit über Terminals und Handyapp gibt. So entsteht eine neue Art der Bestellung – werden Mitarbeiter abgebaut?
Nein. Es kommt zu einer Verschiebung. Die geht eine Spur in die Küche und in den Serviceablauf. In Summe haben wir die gleiche Mitarbeiteranzahl, wenn nicht mehr. 80 Restaurants haben wir bis Jahresende umgestellt, die Verbleibenden sind 2016 dran.

Ihr Vorgänger Andreas Schwerla hat bei seinem Abgang 2013 angekündigt, dass McDonalds bald 160 Millionen Gäste im Jahr haben wird. Wo stehen Sie aktuell?
Im letzten Jahr haben wir 158 Millionen Gäste gehabt. Wir sind da heuer, glaube ich, gut unterwegs.

Wie wird der Umsatz 2015?
Den Umsatz werden wir Ende Februar oder Anfang März bekannt geben. Wir sind mit dem Jahr und dem Verlauf aber sehr zufrieden.

Gibt es noch Ressourcen, neue Filialen zu eröffnen, oder ist der Markt erschöpft?
Wir sperren im Jahr drei bis fünf neue Restaurants auf. Da ist nach wie vor noch ordentlich Potenzial.

Wie viel Potenzial gibt’s noch?
Jetzt haben wir 196 Restaurants. 220 sind ohne Probleme möglich.

Seit 2014 gibt es Dunkin Donuts in Österreich. Sehen Sie das als Konkurrenz zu den McCafes oder sind Sie da angstbefreit?
Das sehen wir komplett angstbefreit. In dem Markt ist immer viel Bewegung, wir haben 175 McCafes in Österreich und sind damit sehr gut aufgestellt.

Warum ist die Zentrale nach wie vor in Brunn am Gebirge?
Weil wir uns in Niederösterreich wohlfühlen! Die Geschichte von McDonalds hat ja in Schwechat am Flughafen begonnen. Vor zehn Jahren sind wir nach Brunn am Gebirge gezogen und sind mit dem Standort sehr glücklich. Am Campus21 sitzt man perfekt am Verkehrsknotenpunkt.

Welcher ist der am weitesten entfernte McDonalds Österreich-Lieferant?
Der Fisch und die Shrimps kommen nicht aus Österreich, die Shrimps beziehen wir von unserem langjährigen Partner yuu’n’mee. Ansonsten ist alles im Einzugsgebiet. Zwei Drittel unserer Lebensmittel beziehen wir aus Österreich, also alle wichtigen Lebensmittel wie Rindfleisch, Kartoffeln, Milch, die Eier, das Brot – im Prinzip alles AMA-zertifiziert. Das Huhn wird zum Teil in Enns verarbeitet, die Hühnerbetriebe sind in Ungarn, aber die liegen näher als der am weitesten entfernte Rindfleischbauer, die eben alle in Österreich sind, das sind 90 Kilometer von da. Wir zahlen auch bewusst eine Spur mehr.

Warum kommen die Rinder aus Österreich und die Hühner aus Ungarn?
Weil die Struktur eine andere ist. Die österreichische Landwirtschaft ist kleinstrukturiert. Wir haben etwa 40.000 Bauern, die uns beliefern. Hühneraufzucht funktioniert anders, es gibt Hühnerbetriebe, die eine größere Anzahl an Hühnern aufziehen. Da sind wir in einem Produktions-Setup drin, das europaweit von McDonalds organisiert ist. Wir beziehen ausschließlich aus Ungarn und wissen, von wem wir beziehen. Die Aufzuchtkriterien gehen weit über die gesetzlichen Standards hinaus und sind von uns vorgegeben.


Zum Thema

  • Andreas Schmidlechner ist seit 2006 bei McDonalds Österreich beschäftigt. Seit Februar 2013 ist er Managing Director bei McDonalds Österreich.

  • Die Zentrale von McDonalds Österreich ist in Brunn/Gebirge.

  • In Niederösterreich hat McDonalds aktuell 65 Standorte, österreichweit sind es 196.