Erstellt am 23. Dezember 2015, 03:18

von Teresa Sturm

Mehr Privatkonkurse. Bei Schuldenregulierungen galt Niederösterreich bisher als Nachzügler. Heuer gab es hohen Zuwachs an Privatkonkursen.

Laut KSV1870 gibt es weniger Unternehmensinsolvenzen, aber mehr Privatkonkurse.  |  NOEN, Foto: Gunnar Pippel/Shutterstock.com

Trotz der insolventen Supermarktkette Zielpunkt gab es 2015 weit weniger Firmeninsolvenzen in Österreich als im Vorjahr. Laut Statistik des Kreditschutzverbands (KSV1870) wurden heuer exakt 5.126 insolvente Unternehmen verzeichnet. Das sind um 5,5 Prozent weniger als 2014. In Niederösterreich waren es 824 Fälle, um 17 weniger als im Vorjahr.

Die größten Pleiten waren heuer in Niederösterreich PaperNet GmbH in Wiener Neudorf (12,1 Millionen Passiva), VEP Fördertechnik Gesellschaft m.b.H. in Neunkirchen (10,1 Millionen) und die IBS Umwelt- und Verkehrstechnik GmbH in Pöchlarn (8,8 Millionen).

16 Prozent mehr Privatkonkurse

Bei den Privatinsolvenzen gab es bundesweit einen Zuwachs von 5,7 Prozent auf 8.891 Fälle. In Niederösterreich fällt der starke Zuwachs von Privatkonkursen von über 16 Prozent auf. Mit 1.069 Fällen hat sich die Zahl in Niederösterreich allerdings eigentlich nur den Durchschnittszahlen Österreichs angepasst, da bisher nur wenige Schuldenregulierungen im Österreichvergleich durchgeführt wurden. Jene, die in Privatkonkurs gingen, waren allerdings nicht so hoch verschuldet wie in anderen Bundesländern.

Im Anbetracht der Zuwächse in Niederösterreich rechnet der KSV1870 2016 mit einem neuerlichen leichten Zuwachs, sodass die Marke von 9.000 Verfahren bundesweit durchbrochen werden wird.