Erstellt am 22. November 2015, 06:28

"Mit der Lehre machst du Karriere". AKNÖ-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser und die Lehrlinge wissen: Auf eine Lehre kann man (auf-)bauen.

 |  NOEN, vyhnalek.com
Muss das Image der Lehre entstaubt werden?
Wieser: Ja, das Image gehört gehoben und es braucht mehr Informationen über die vielfältigen Möglichkeiten der Lehre. Wer eine Lehre erfolgreich abschließt, hat auf jeden Fall einen Grund, stolz auf sich und seine Leistung zu sein. Ein erlernter Beruf ist eine Grundlage, auf der man ein Leben lang aufbauen kann.

Drängen Jugendliche nicht immer in die gleichen Lehrberufe?
Es gibt einen Trend, der sich hält – Mechaniker und Installateur bei den Burschen, Frisörin und Einzelhandelskauffrau bei den Mädchen. Wir haben aber gut 240 Lehrberufe, und die meisten Jugendlichen kennen nicht einmal die Top Ten.
Da ist es uns ein großes Anliegen zu informieren und neue Möglichkeiten aufzuzeigen. Wer Talent für einen speziellen Lehrberuf hat und Lehrling werden möchte, sollte auch die Möglichkeit haben, eine geeignete Lehrstelle zu finden. Da sind aber auch die Unternehmen gefordert, ausreichende Lehrstellen anzubieten.

Zahlt sich ein Lehrberuf auch finanziell aus?
Auf jeden Fall. Mit einem erlernten Beruf kann man gutes Geld verdienen, das für die Gestaltung des Lebens wichtig ist. Studien zeigen, dass der Verdienst 18 Monate nach Abschluss einer Lehre höher als
bei BMS- und AHS-Absolventen ist.

Was sollte bei der Berufsorientierung beachtet werden?
Es ist ganz wichtig, dass die Talente und Wünsche des Kindes im Vordergrund stehen und nicht die Vorstellungen der Eltern. Desto mehr Informationen über Lehrberufe und mögliche Schulausbildungen Eltern und Kinder haben, umso besser. Die persönlichen Fähigkeiten sollen dann zu den richtigen Berufen führen.

Wie hilft die AKNÖ bei der Berufsorientierung?
Mit vielfältigen Angeboten. Bei der AKNÖ Bildungs- und Jugendmesse „Zukunft I Arbeit I Leben“ informieren wir ausführlich über verschiedene Lehrberufe und der Praxisbezug steht im Vordergrund. Sehr gut angenommen werden auch die AKNÖ-Lehrlingscoaches. Diese beraten die Jugendlichen zu Arbeitsrechtsfragen, geben Auskunft über die Berufsbilder oder helfen in (arbeitsrechtlichen) Konfliktsituationen. Und bei den AKNÖ-Bewerbungstrainings stehen die Vorbereitung der optimalen Bewerbungsunterlagen und die Simulation eines Bewerbungsgesprächs im Mittelpunkt. Dazu kommen noch neue regionale Drehscheiben, wo wir mit der WKNÖ als regionaler Vermittler von Unternehmen und SchülerInnen zur Verfügung stehen. Seit kurzem gibt es auch erstmals Berufsorientierung in der LehrerInnenausbildung – ein österreichweit einzigartiges Projekt, das wir in Niederösterreich mit der WKNÖ zum Wohle unserer Jugendlichen umgesetzt haben.

Die AKNÖ hat eine neue Jugendmarke AK Young. Was wird da geboten?
Mit AK Young richten wir uns in Sprache, Design und mit Info-Veranstaltungen, Messen und Events speziell an die junge Zielgruppe. Alles, was wir bisher angeboten haben, ist unter dieser Dachmarke zusammengefasst und wird laufend durch neue Angebote ergänzt. Lehrlinge bekommen von uns zu Beginn ihrer Ausbildung ein Lehrlingspackage, wo alle wichtigen Informationen über AK Young enthalten sind. Und sollte es Fragen zum Lehrvertrag oder zu einer überhöhten Handyrechnung geben, ist unser AK Young Team natürlich auch der richtige Ansprechpartner.