Erstellt am 02. Februar 2016, 06:28

von Martin Gebhart

EU-Bürokratie verhindert. Ausnahme für Handwerksbetriebe. Zwazl und Pernkopf froh über Entscheidung des Gesundheitsministeriums. Aufatmen bei den Klein- und Handwerksbetrieben sowie in der Landwirtschaft.

Laut EU-Verordnung müssen ab Ende des Jahres Nährwerte wie Kalorien, Fett, Kohlenhydrate oder Eiweiß und Salz auf Lebensmitteln angegeben werden. Eine Ausnahmeregelung des Gesundheitsministeriums sorgt aber nun dafür, dass kleine regionale Anbieter nun nicht dieser zusätzlichen Bürokratie ausgesetzt sind.

Sonja Zwazl, Präsidentin der NÖ Wirtschaftskammer, ist erfreut: „Österreich nutzt endlich Ausnahmeregelungen, die bei der Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie möglich sind. Ich sehe das als Trendwende. Denn bisher hat man in Österreich ja viel zu oft dazu geneigt, EU-Regelungen nicht nur einfach umzusetzen, sondern sie darüber hinaus noch zusätzlich zu verschärfen.“

Die Ausnahmeregelung bezieht sich auf handwerklich hergestellte Lebensmittel sowie die direkte Abgabe kleiner Mengen von Erzeugnissen an den Endverbraucher. Das sind regionale Anbieter wie Fleischer oder Bäcker, aber auch bäuerliche Ab-Hof-Betriebe. Deswegen reagierte auch VP-Agrarlandesrat Stephan Pernkopf zufrieden: „Die Landwirtschaft und das Gewerbe lassen sich hier auch nicht auseinanderdividieren, wir sind eine Schicksalsgemeinschaft. Für regionale Wirtschaftsbetriebe genauso wie für Ab-Hof-Bauern wäre die verpflichtende Nährwert-Kennzeichnung eine Katastrophe gewesen.“

Laut Wirtschaftskammer profitieren rund 1.000 Betriebe in NÖ von der Ausnahmeregelung.