Erstellt am 14. September 2015, 09:26

von Eva Hinterer

Neue Ideen gegen die Schuldenlast. Laut Schuldnerberatung NÖ steigt die Verschuldung, Betreutes Konto und NÖ finanz-card sollen helfen.

Präsentieren ein neues Schuldner-Projekt: Michael Lackenberger, Geschäftsführer der NÖ Schuldnerberatung, und die Landesräte Barbara Schwarz und Maurice Androsch  |  NOEN, Büro LR Schwarz

Klienten bei der Schuldnerberatung NÖ sind im Durchschnitt mit 82.063 Euro verschuldet. Das besagt die aktuell vorgelegte Halbjahresbilanz 2015. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag dieser Wert noch bei 71.519 Euro, was einen satten Anstieg von über 10.000 Euro bedeutet. Das, so Landesrätin Barbara Schwarz, liege in der angespannten Wirtschaftslage begründet.

Annähernd gleichgeblieben ist die Anzahl der Schuldnerberatungs-Klienten, heuer gab es 1.358 Erstkontakte, 2014 waren es 1.333. Im Durchschnitt sind die Schuldner 30 bis 50 Jahre alt, die Gründe für ihr finanzielles Desaster sind Arbeitslosigkeit, Trennung oder Scheidung, gescheiterte Selbstständigkeit sowie falsches Konsumverhalten.

Instrument des Betreuten Kontos

Um Schuldner vor existenzieller Vernichtung zu bewahren, gibt es seit 1. Juni das Instrument des Betreuten Kontos. Dieses „Existenzsicherungsinstrument“ besteht aus einem Eingangs- und einem Ausgangskonto. Für Ersteres ist die Schuldnerberatung zeichnungsberechtigt, damit werden primär Wohn- und Betriebskosten abgedeckt. Der Restbetrag kommt auf ein Ausgangskonto, über das der Schuldner verfügen kann. Dieses wird, je nach Situation, monatlich oder wöchentlich befüllt. Das soll verhindern, dass alles Geld auf einmal ausgegeben wird.

Pilotprojekt startet am 28. September

Ein Präventionsinstrument für Schüler ist die NÖ finanz-card. Hier wird Fach-, Berufs- und NMS-Schülern in mehreren Modulen finanzielle Kompetenz vermittelt. Das Pilotprojekt dazu startet am 28. September in der Neuen Mittelschule in Pernitz.