Erstellt am 17. August 2016, 06:54

von Gila Wohlmann

Experten für die Geoinformation. Innenministerium setzt immer mehr auf Nutzung von Geodaten. Entwickler aus NÖ.

Christoph Svoboda, Dominik Zottl, Abteilungsleiter Wolfgang Müller, Patrick Einzinger, Sektionschef Hermann Feiner, Markus Kandler und Martin Obermoser (v. l.) machen Geodaten für die Polizei nutzbar.  |  NOEN, BMI / Tuma

Mitarbeiter des Innenministeriums (BMI) erhielten kürzlich bei der Jahreskonferenz des Softwareherstellers ESRI in San Diego den „Special Achievement in GIS*“. Zwei davon sind aus Niederösterreich: Patrick Einzinger aus Engelmannsbrunn (Bezirk Tulln) und Martin Obermoser aus St. Pölten.

Das BMI-Team bekam die Auszeichnung für die Anwendung und Entwicklung des GIS für Applikationen im Innenressort. „Wir nutzen es in verschiedenen Bereichen – von der Planung vorwiegend im ,großen sicherheitspolizeilichen Ordnungsdienst‘ bis zur Durchführung der Verortung“, erklärt der technische Mathematiker Patrick Einzinger. Dies war vor allem während des G7- und Bilderberg-Treffens im Vorjahr wichtig.

„Hier waren 300 Funkmittel ständig verortbar“, so Einzinger. Weiters werden GIS-Tools zur Planerstellung verwendet, etwa, wenn es um die Aufteilung eines Gebiets in Einsatzabschnitte, Rayone oder beispielsweise um Fahndungsplanquadrate geht. Dazu kommt die Darstellung von Lagen und Ereignissen wie im Kriminalitätsatlas oder in der Unfallsteckkarte.

Kooperation mit der Asfinag

„Die Einsatzmittelverortung ist eine Eigenentwicklung des Innenministeriums“, erläutert Martin Obermoser, Leiter des GIS-Fachbereichs. Hierfür wurde nicht nur eine eigene Web-Oberfläche entwickelt, sondern auch die Anfrage-Komponente selbst programmiert. Die Ortung der Einsatzmittel, wie Funkgeräte, erfolgt über das GPS-Satellitensystem.
Dabei wird auch mit der Asfinag kooperiert. Diese stellt Geo-Daten über das Autobahnnetz zur Verfügung, etwa Daten über die Standorte der Verkehrskameras samt Live-Bildern.

Die ÖBB versorgen das BMI mit Streckendaten. Einzinger: „Streckenfotos sind abrufbar, und zwar aus der Perspektive ankommender und abfahrender Züge.“ Der Steirer Markus Kandler ist im Geo-Experten-Team für das Web-GIS zuständig. Der Geoinformatiker entwickelte eine digitale Einsatzkarte für die Bergrettung. Darin visualisierte er unter anderem die BOS-Digitalfunknetzabdeckung und errechnete durch komplexe Geländeanalysen potenzielle Hubschrauberaufsetzpunkte im alpinen Gelände.
Weiters im Team: Dominik Zottl (zuständig für die Datenwartung) sowie bis vor kurzem Christoph Svoboda, der nun in der Privatwirtschaft agiert.


* GIS = Geo-Informationssystem