Erstellt am 23. Februar 2016, 07:59

von Anita Kiefer

Striktes Sparen bei OMV. OMV-Vorstandschef Rainer Seele kündigt nach Betriebsverlust von zwei Milliarden Euro 2015 strikten Sparkurs an.

OMV-Chef Rainer Seele bei der Präsentation der neuen Unternehmensstrategie.  |  NOEN, APA/Herbert Pfarrhofer

In NÖ wurden 2015 30.000 boe pro Tag produziert. „Wir leben seit Jahren über unsere Verhältnisse.“ „Wir haben schwierige Jahre vor uns.“ „Die OMV ist in ihrer jetzigen Verfassung nicht zukunftstauglich.“ Alles andere als rosig ist das Bild, das OMV-Chef Rainer Seele gegenüber Journalisten bei der Präsentation der neuen Unternehmensstrategie zeichnet. Und das zu Recht: Der Umsatz des Unternehmens rasselte 2015 um 37 Prozent auf 22,53 Milliarden Euro herunter, der Betriebsverlust lag bei zwei Milliarden Euro.

Dividende über Kredite finanziert

Die Schuldenlast sei bei vier Milliarden Euro gelegen, selbst die Dividende sei über Kredite finanziert worden, rundete Seele das triste Bild der OMV-Wirklichkeit ab. Gründe dafür gibt es viele, etwa der niedrige Ölpreis und die schwindenden Öl- und Gasreserven der OMV.

Ab jetzt will die OMV eine neue Strategie fahren. Dazu gehört etwa der Totalverkauf der türkischen Petrol Ofisi, der bereits begonnen hat. Man wolle sich aus den Bereichen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, zurückziehen, so Seele. Mit der russischen Gazprom steht man in Verhandlungen über gegenseitige Projektbeteiligungen.

Verkaufsgerüchte dementiert

Große Hoffnung setzt die OMV in die geplante Beteiligung am sibirischen Gasfeld Urengoj. Ein Personalabbau sei jedenfalls keine Zielsetzung des Unternehmens, so Seele.

Was immer wieder aufkeimende Verkaufsgerüchte angeht, betonte Seele: „Die OMV ist ein österreichisches Unternehmen – und das wird auch so bleiben.“

2015 wurden wie 2014 in NÖ mehr als 30.000 boe (eine boe entspricht etwa 159 Liter Erdöl) am Tag produziert. Die Produktion läuft 2016 normal weiter. Ob und wie viele Bohrungen 2016 durchgeführt werden, das hänge vom Ölpreis ab, heißt es.