Erstellt am 06. Februar 2018, 02:05

von Anita Kiefer

NÖ-Abfallwirtschaft: Chance China nutzen. Seit Jahresanfang importiert China keinen ausländischen Plastikmüll mehr. Es gilt, Recycling in Europa neu zu überdenken.

„Wir brauchen Betriebe, die intelligente Produkte aus Kunststoff herstellen.“ Stefan Tollinger, NÖ Vorstand im Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe.  |  Brantner/Andi Bruckner

China will keinen Plastikmüll aus Europa mehr recyclen. Per Jahreswechsel 2017/2018 hat China den Import von Altkunststoff gestoppt. Davor waren die Chinesen jahrelang für die Entsorgung des Plastikmülls vieler westlicher Länder zuständig.

„Wir sind in Europa wahrscheinlich ein bisschen überrascht worden“, sagt Stefan Tollinger, NÖ Vorstand im Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe, dazu. „Dinge wie PET-Flaschen und Folien werden auch in Europa schon vermehrt aufbereitet. Aber es muss noch eine Vielzahl an weiteren Produkten folgen.“ Hier sieht Tollinger auch eine Chance für Entsorgungsbetriebe aus Österreich und Niederösterreich. „Wir brauchen Betriebe, die intelligente Produkte aus diesem Kunststoff herstellen. Aber wir müssen auch die Bevölkerung dafür begeistern, diese Produkte zu kaufen.“

Von der Politik wünscht sich die Abfallwirtschaft, abgesehen von dieser Plastikmüllproblematik, Entbürokratisierung. „Brauchen wir in Österreich zehn Abfallwirtschaftsgesetze – neunmal auf Landes- und einmal auf Bundesebene – mit entsprechenden Durchführungsverordnungen?“, so Tollinger. „Wir glauben, dass ein Abfallwirtschaftsgesetz ausreicht. Vieles ist ja auf Bundesebene geregelt. Es gibt ein paar Spezifika, die jedes Land selbst regelt – und das bedeutet Mehraufwand vor allem für die Betriebe, die bundesländerübergreifend tätig sind.

Die 27 NÖ Mitglieder des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe machen einen Umsatz von 1,5 Mrd. Euro.