Erstellt am 12. April 2016, 05:34

von Julia Fenyvesi

„Damit werden wir leben lernen“. Ab Mai sind auf Zigarettenpackungen Schockbilder mit Warntexten abgebildet.

Trafikantensprecher Prirschl befürchtet durch das Gastro-Rauchverbot ab 2018 starke Umsatzeinbrüche.  |  NOEN, WKO

Schwarze Lungen, abgestorbene Zehen oder wuchernde Krebsgeschwüre sind ab Mai auf Zigarettenschachteln zu sehen. Auch ein Warntext, den es bereits auf den Verpackungen zu lesen gibt, ist weiterhin verpflichtend.

Die Schockbilder und Warntexte sollen flächenmäßig zwei Drittel der Verpackung umfassen, um die potenziellen Käufer abzuschrecken. Das wurde vom EU-Ministerrat beschlossen.

Für die Trafikanten ist das bald in Kraft tretende Gesetz der Schockbilder und Warntexte „nicht erfreulich“, aber auch nicht das größte Problem. „Wir werden damit leben lernen und auch der Konsument wird sich daran gewöhnen“, sagt Josef Prirschl, Obmann der NÖ-Trafikanten, am Rande der Trafikantentagung am vergangenen Wochenende in Stockerau gegenüber der NÖN.

Ein viel größeres Problem sieht er im allgemeinen Rauchverbot in der Gastronomie, das ab 2018 gilt. Prirschl befürchtet große Umsatzverluste. Immerhin mache der Tabak im Schnitt mehr als 50 Prozent des Umsatzes der Trafiken aus: „Das ist die Lebensader der Trafiken.“

Probleme durch Lotterie-Ausweitung

Außerdem kämpfe man mit den zusätzlichen Lotterien-Annahmestellen. In letzter Zeit seien die Lotterie-Annahmestellen bundesweit um 1.600 Standorte erweitert worden. Das sind um ein Drittel mehr und bedeute große Umsatzverluste für die bestehenden Trafiken. „Der Kuchen wird immerhin nicht größer“, so Prirschl.

Ebenso stelle die Wirtschaftlichkeit der Trafiken ein massives Problem dar. Durch Steuererhöhungen würden die Trafikanten immer wieder Verluste machen, meint Prirschl.