Laxenburg

Erstellt am 19. Juni 2017, 16:57

von Anita Kiefer

Mehr Tempo im Straßenbau gewünscht. Der tschechische Verkehrsminister Dan Ťok traf Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (beide VP) im Schloss Laxenburg zu einem Arbeitsgespräch. Mikl-Leitner wünscht sich „mehr Tempo“ in den grenzübergreifenden Verkehrsprojekten.

Im Rahmen einer Pressekonferenz informierten der tschechische Verkehrsminister Dan Ťok, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrat Schleritzko über grenzüberschreitende Verkehrsprojekte.
 
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Konkret sind es zwei Straßenbauprojekte, die im Rahmen des Arbeitsgesprächs behandelt wurden. Das eine ist die Nordautobahn A5. Hier wird aktuell auf österreichischer Seite der Abschnitt Schrick-Poysbrunn gebaut, der Ende 2017 fertiggestellt werden soll. 2020 solle der Bau des letzten Abschnitts bis Drasenhofen fertig und man so an der österreichischen Staatsgrenze angekommen sein, so Mikl-Leitner am Rande des Zusammentreffens mit dem tschechischen Verkehrsminister.

„Uns ist wichtig, dass eine Anbindung an die tschechische Seite erfolgt“, betonte die Landeshauptfrau. Dan Ťok habe ihr zugesichert, dass dort der Bau der Umfahrung Mikulov „so schnell wie möglich“ gestartet werde – planmäßig 2018. Die Nordautobahn solle laut Vorgaben der EU-Kommission bis spätestens 2030 fertig, also bis Brünn durchgehend befahrbar sein, so Mikl-Leitner weiter. Dan Ťok gab auf Nachfrage von Journalisten als frühestmögliche Fertigstellung die Jahre 2025 oder 2026 an und wies auf schwierige und komplizierte Verfahren in Tschechien hin.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Arbeitsgespräch mit dem tschechischen Verkehrsminister Dan Ťok (v.l.n.r.)
 
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Das zweite Straßenbauprojekt, über das im Arbeitsgespräch diskutiert wurde, ist die S3, die Weinviertler Schnellstraße. Hier wird aktuell auf österreichischer Seite zwischen Hollabrunn und Guntersdorf gebaut. Bis 2020 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Gemeinsam mit der Asfinag ist man aktuell dabei, die Fertigstellung bis zur Grenze zu planen.

Mit der S3 ist auch die Umfahrung Znaim auf tschechischer Seite verbunden. Diese wird in drei Abschnitten gebaut. Der erste Abschnitt ist bereits fertig, der zweite befindet sich in Umsetzung und der dritte in der Detailplanung. Mit diesem Abschnitt soll laut Tschechiens Verkehrsminister Ťok 2020 zu bauen begonnen werden.

Treffen von Landesrat Ludwig Schleritzko und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit dem tschechischen Verkehrsminister Dan Ťok (v.l.n.r.)
 
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Weiteres Thema des Arbeitsgesprächs war der öffentliche Verkehr. Aktuell müssen Fahrgäste der Franz-Josephs-Bahn, die von Wien über Gmünd nach Budweis fahren, an der Staatsgrenze umsteigen – das hat vor allem preisliche Gründe. „Wir wollen, dass die Fahrgäste keinen Zug mehr wechseln müssen“, hielt Mikl-Leitner fest und kündigte diesbezügliche Gespräche mit den ÖBB an.

Der tschechische Verkehrsminister Dan Ťok betonte ebenso wie Landeshauptfrau Mikl-Leitner die guten Beziehungen zwischen Österreich und der schechischen Republik, auch was die wirtschaftliche Zusammenarbeit angeht.