Erstellt am 15. Januar 2016, 17:49

von APA/Red

NÖ und Tschechien wollen Autobahnverbindung bis Brünn vorantreiben. Der Ausbau der Nordautobahn (A5) und der Franz-Josefs-Bahn waren die Schwerpunkte bei einem Treffen zwischen Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und dem tschechischen Verkehrsminister Dan Tok am Freitag in St. Pölten.

8.956 Lkw wurden im Schnitt täglich auf der A 1 bei St. Pölten gezählt. Am meisten Lastwägen rollten jedoch durch Haid – ebenfalls auf der Westautobahn. Dort wurden täglich 13.387 Fahrzeuge gezählt.  |  NOEN, Renate Hinterndorfer
2018 soll die Nordautobahn in Niederösterreich bis zur Staatsgrenze befahrbar sein, formulierte Pröll im anschließenden Pressegespräch das Ziel. Auf tschechischer Seite konzentriere man sich derzeit auf den Ausbau der Umfahrung Mikulov (Nikolsburg), sagte der Minister. Allerdings seien dabei noch umweltrechtliche Fragen zu klären, wie es hieß. Der Anschluss an die Autobahn Brünn/Prag sei auf europäischer Ebene für das Jahr 2030 vorgesehen. Tok will sich dafür einsetzen, dass die durchgängige hochrangige Verbindung schon früher fertig ist.

In Österreich soll das Teilstück Schrick bis Poysdorf auf der Nordautobahn 2017 für den Verkehr freigegeben werden. Auf der Strecke Poysdorf bis Drasenhofen soll 2017 mit der Errichtung begonnen werden. Für die Umfahrung Drasenhofen liegt seit Ende November ein positiver UVP-Bescheid vor. Der fünf Kilometer lange Abschnitt soll Ende 2017 für den Verkehr freigegeben werden.

Verkehrsfreigabe: 2018

Die Verkehrsfreigabe auf dem Abschnitt Poysdorf bis zur Staatsgrenze bei Drasenhofen ist laut Asfinag für 2018 geplant. In einer zweiten Ausbaustufe sollen je Richtungsfahrbahn zwei Fahrstreifen mit Pannenstreifen zur Verfügung stehen. Die Verwirklichung des Vollausbaus ist laut Asfinag vom Fortschritt des angrenzenden tschechischen Autobahnprojektes R 52 abhängig. Ein weiteres Projekt sei der Ausbau des öffentlichen Verkehrs zwischen Niederösterreich und Tschechien, sagte Pröll. Die Fahrzeit der Franz-Josefs-Bahn zwischen Gmünd und Wien soll von derzeit über auf unter zwei Stunden sinken.

Dafür wären laut einer derzeit laufenden Studie drei Umbauten - unter anderem der Neubau von zwei Streckenabschnitten zwischen Horn und Gmünd - nötig. Interesse habe man an einem Ausbau der Bahn von Ceske Velenice bis Budweis, "auf tschechischer Seite haben wir noch Überzeugungsarbeit zu leisten", sagte Pröll. Angesichts des Ausbaus am Flughafen Budweis könnten Bewohner im nördlichen Waldviertel von der Verbindung profitieren.