Erstellt am 05. Dezember 2017, 01:12

von Anita Kiefer

Raiffeisenlandesbank-Filialnetz wird kleiner. Raiffeisen will in Wien weitere Filialen zusperren. In NÖ sank Zahl innerhalb von fünf Jahren von 544 auf 462.

„Wenn die MGN das will, führe ich wieder Gespräche. Der Ball liegt bei ihnen.“ Klaus Buchleitner, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, zu einem möglichen Verkauf der Raiffeisen-Anteile an der NÖM AG an die Milchgenossenschaft NÖ.  |  Thomas Topf

„Die Frequenz in den Filialen hat dramatisch abgenommen.“ Das konstatierte Klaus Buchleitner, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank (RLB) NÖ-Wien, in der Vorwoche im Klub der Wirtschaftspublizisten. Das wirkt sich auf die Zahl der Filialen aus.

In Wien gibt es aktuell 26 Vollfilialen – die Zahl werde auf 20 sinken, kündigte Buchleitner an. Vor rund drei Jahren gab es noch 40 Filialen in Wien. In Niederösterreich wurden die Standorte in den vergangenen fünf Jahren von 544 auf 462 verringert. In Niederösterreich arbeite die RLB NÖ-Wien eng mit den NÖ Raiffeisenlandesbanken zusammen. Durch Synergien spare man so jährlich 30 bis 35 Millionen Euro.

„Eines der besten Ergebnisse“ erwartet

Die Raiffeisen-Holding NÖ-Weg habe den Umbau ihres Portfolios abgeschlossen und werde heuer „eines der besten Ergebnisse aller Zeiten“ haben, „so wie es jetzt ausschaut“, kommentierte Buchleitner die aktuellen Zahlen. Die Holding sei jetzt in vier Geschäftsfeldern tätig – Agrar, Finanzdienstleistungen, Infrastruktur und Medien. Der Periodenüberschuss nach Steuern der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien lag zum Halbjahr bei knapp 200 Millionen Euro. „Wir sind in einer Phase, die hoffentlich länger dauert“, so Buchleitner in Hinblick auf die Zahlen.

Dass Raiffeisen noch immer gesprächsbereit ist, was den Totalverkauf der NÖM AG an die Milchgenossenschaft NÖ (MGN) angeht, bestätigte Buchleitner. Konkrete Gesprächstermine gebe es aber nicht. „Wenn die MGN das will, führe ich wieder Gespräche. Der Ball liegt bei ihnen.“ Raiffeisen hält 75 Prozent der NÖM-Anteile, die MGN 25 Prozent. Der RLB-Generaldirektor bezeichnete die NÖM als „sehr erfolgreiche Molkerei“.

Leopold Gruber-Doberer, Geschäftsführer der MGN, hatte in der Vorwoche gegenüber der NÖN bestätigt, dass weiter Interesse an einem Kauf der Raiffeisen-Anteile bestünde, man aber „großen Respekt“ vor der Volatilität der Märkte hätte. Die MGN hatte im April angekündigt, die Raiffeisen-Anteile heuer kaufen zu wollen.