Erstellt am 09. Februar 2016, 05:38

von Christoph Dworak

Novomatic pokert weiter. Die AG mit Sitz in Gumpoldskirchen knackt die 2-Milliarden-Euro-Umsatzmarke und hofft auf baldige Entscheidung im Casinos Austria-Deal.

Novomatic-Vorstandsvorsitzender Harald Neumann (l.) und Technik-Vorstand Thomas Graf.  |  NOEN, Novomatic

Novomatic, weltweit tätiger Glücksspielkonzern mit Sitz in Gumpoldskirchen (Bezirk Mödling), hat bei der größten Glücksspielmesse „International Casino Exhibition 2016“ (ICE) nicht gekleckert. Gemeinsam mit 22 Tochterfirmen hat das Unternehmen im ExCel Exhibition-Center 4.500 m Fläche bespielt, die neuesten Geräte und Technologien vorgestellt.

Der unübersehbare Auftritt – unter anderem mit 20-m-LED-Wänden und 300 Terminals – hat einen guten Grund: „Wir setzen auf Fullservice-Strategie“, merkte Novomatic-Vorstandsvorsitzender Harald Neumann an.

Dass der Konzern auf dem richtigen Weg ist, belegen die in London verlautbarten Zahlen. Die Novomatic AG wird demnach im Geschäftsjahr 2015 erstmals die 2-Milliarden-Euro-Umsatz-Schallmauer durchbrechen. Gemeinsam mit den beiden Schwesternholdings in der Schweiz (Gryphon und ACE) wird die Novomatic-Gruppe 3,9 Milliarden Euro Gesamtumsatz machen.

Auswirkungen auf den Standort Gumpoldskirchen seien, was eine etwaige Aufstockung der Arbeitsplätze betrifft, nicht zu erwarten, dämpfte Neumann die Euphorie: „Natürlich wird die Entwicklung ständig weitergehen. Wir sind aber bestrebt, die Administration schlank zu halten.“

Projekt in Bruck nach wie vor in Schwebe

Nichts Neues gibt es, was die Umsetzung des „Admiral-Casinos“ in Bruck an der Leitha anbelangt. Das 90-Millionen-Projekt inklusive Hotel, das an die 200 Arbeitsplätze bringen könnte, liegt nach wie vor auf Eis. Casinos Austria haben Einspruch gegen die Vergabe der Lizenz erhoben.

In Österreich habe man den Entfall von etwa 2.500 Automaten (Verbot des Kleinen Glücksspiels in Wien) nicht kompensieren können, merkte Neumann an. Dafür habe man durch Akquisitionen im Ausland gepunktet: „Wir wollen Marktführer in unserem Kernmarkt Europa werden.“

Beschwerlich sei auch der Weg zur Mehrheit bei den teilstaatlichen Casinos Austria. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat formale Bedenken gegen die geplante Übernahme angemeldet und beim Kartellgericht eine „Vertiefte Prüfung“ beantragt.

Dabei habe Novomatic Verträge mit Unternehmen, die ihre Beteiligung verkaufen, vorliegen. Ganz im Gegensatz zu den tschechischen Oligarchen Karel Komarek und Jiri Smejc, die ebenfalls um Casino-Anteile mitpokern, erklärt Neumann: „Sie haben nur Rechtsmeinungen, keine Verträge“. Dennoch wolle man Gespräche mit den Tschechen führen, um „im Sinne der Casinos Austria eine vernünftige Lösung zu finden“. Eine endgültige Entscheidung sei im Herbst zu erwarten.

Zukunft: Das „Casino in der Hosentasche“

Bis dorthin will man mit Nachdruck „die Lücke zwischen terrestrischen und Online-Angeboten schließen“, machte Technik-Vorstand Thomas Graf deutlich: „Der Spieler der Zukunft wird nicht mehr vor dem Automaten sitzen. Wir sprechen vom ,Casino in der Hosentasche’“. Schließlich will Novomatic „über Technologien Geld verdienen. Das ist unser Kernbusiness“.