Erstellt am 05. Juli 2016, 12:23

von Julia Fenyvesi

Kritik an VOR-Tarifen. Das neue Tarifsystem des Verkehrsverbundes Ostregion startet diese Woche und sorgt im Vorfeld für Proteste.

 Das neue Tarifsystem des VOR wird unter anderem von den Grünen kritisiert. Foto: APA / Herbert Pfarrhofer  |  APA / Herbert Pfarrhofer

Einfach, fair und umfassend soll es sein – das neue Tarifsystem des Verkehrsverbundes Ostregion (VOR). Drei Jahre wurde an der Umstellung gearbeitet, diese Woche ist es so weit: Ab 6. Juli gelten die neuen Regelungen. Streifen- und Zonenkarten gehören der Vergangenheit an. Künftig muss der Kunde beim Kauf seiner Fahrkarte nur seine gewünschte Strecke angeben. Ausnahmeregelungen wie Überlappungsbereiche gibt es nicht mehr.

Kritik an dem neuen System kommt von der SPÖ und von den Grünen. Amrita Enzinger, Verkehrssprecherin der NÖ Grünen: „Die Öffis sollen attraktiver werden, nicht teurer. Die Systemerneuerung war eine Chance, die nicht genutzt wurde.“ Einige Preisbeispiele der Grünen: Der Preis für die Jahreskarte von Hadersdorf am Kamp nach Krems sei um bis zu fünfzig Prozent gestiegen. Die Einzelkarte von Klosterneuburg nach Heiligenstadt koste statt 4,40 Euro nun 7,80 Euro.

6.000 Anrufe eingelangt

Letzteren Preis etwa kann man beim VOR nicht nachvollziehen. „Ich weiß nicht, woher diese Zahl stammt, aber die Karte kostet statt 4,40 Euro sogar nur mehr 3,90 Euro“, sagt Georg Huemer vom Verkehrsverbund Ostregion.

Die Grünen forderten anstelle des Zonensystems eine Flatrate um 365 Euro für alle in der gesamten Region. Für Huemer nicht vorstellbar: „Das würde bedeuten, dass man von Perchtoldsdorf genauso viel wie von Amstetten nach Wien zahlt, das ist alles andere als gerecht.“

6.000 Anrufe sind seit der Präsentation des neuen Systems bereits beim VOR eingelangt. Man erhalte Beschwerden sowie Lob und gebe oftmals Auskunft zu den Erneuerungen, so Huemer. Die Umstellung eines dreißig Jahre alten Systems brauche aber Zeit, um bei der Bevölkerung anzukommen.