Erstellt am 06. Februar 2018, 15:20

von NÖN Redaktion

Internet-Kauf: Teilabschaffung von regionalen Sperren. Ein Beschluss des EU-Parlaments bringt auch Vorteile für Niederösterreichs Konsumenten bei Online-Geschäften.

Symbolbild

Ein Niederösterreicher, der bisher eine Kamera online kaufen wollte und sah, dass das in Aussicht genommene Modell in Deutschland günstiger ist, hatte Pech. Das funktionierte nicht, weil er automatisch auf die österreichische Seite weitergeleitet wurde – und damit zum teureren Produkt. Mit dem regionalen Blocken günstigerer Angebote und damit mit unterschiedlichen Preisen soll noch heuer im Onlinehandel Schluss sein. Das EU-Parlament in Straßburg hat am Dienstag grünes Licht für eine Ende des sogenannten Geoblocking gegeben. Der Haken dabei: für Videos oder Musik kommt die Abschaffung nicht zum Tragen.

Das Ende der regionalen Sperren bei Online-Shopping muss formal noch von den EU-Mitgliedstaaten abgesegnet werden. Neun Monate nach der Veröffentlichung der neue Regelung können dann die Konsumenten bei Online-Einkäufen ohne regionale Begrenzung bei Preisen profitieren. In Zukunft werden dann europaweit für ein bestimmtes Produkt im Online-Geschäft gleiche Preise gelten.

Karas: „Keine künstlichen Grenzen“

Der aus Niederösterreich stammende EU-Abgeordnete Othmar Karas (ÖVP) freute sich in einer Aussendung, dass damit Online-Käufe für Konsumenten etwa auch aus Niederösterreich günstiger werden. „Für den Onlinehandel gibt es spätestens zu Weihnachten 2018 keine künstlichen Grenzen mehr“, erklärte der ÖVP-Europaparlamentarier. Mit der Abschaffung des Geoblockings für audio-visuelle Dienstleistungen werde man sich in einem anderen Gesetzesprojekt beschäftigten, erläuterte Karas.

Genau hier hakt Österreichs grüner EU-Abgeordneter Michel Reimon ein. Er räumte zwar ein, dass nun Verbesserungen beschlossen worden seien. Gleichzeitig beklagte der Grün-Mandatar aber, dass sich „Konzernlobbys“ durchgesetzt hätten, weil E-Books, Musik oder Videos weiter ausgenommen seien.

SPÖ-Europaparlamentarier Josef Weidenholzer freute sich über die Schritte gegen Geoblocking, weil Produkte damit für Konsumenten billiger würden. Aber erst, wenn auch Ausnahmen beispielsweise für Streaming-Dienste beseitigt würden, könne man von einem digitalen Binnenmarkt sprechen, meinte er. Das bleibe weiter das Ziel.

In diese Kerbe schlug auch Neos-EU-Abgeordnete Angelika Mlinar: Die jetzige Maßnahme sei ein Schritt zu mehr Wettbewerbsfähigkeit sowie „ein Schritt in die richtige Richtung“. Nötig sei aber ein „echter digitaler Binnenmarkt“, betonte Mlinar.